
Gebrauchsanweisung
Van Gieson-Lösung
3925
Van Gieson-Trichromfärbung
Mit dieser Färbung lassen sich unterschiedliche Gewebebestandteile in Paraffinschnitten differenziert darstellen.
Van-Gieson-Lösung (Pikrofuchsin) besteht aus zwei Farbstoffen, die sich in ihren Eigenschaften stark unterscheiden:
Die feindisperse Pikrinsäure dringt schnell in alle Strukturen der Gewebeprobe ein und färbt sie gelb. Das
grobdisperse Säurefuchsin kann während der kurzen Einwirkzeit nur die grobstrukturierten Fasern des kollagenen
Bindegewebes durchdringen. Dort wird die Pikrinsäure rot überfärbt. Verlängert man die Einwirkzeit, besteht die
Gefahr, dass auch andere Gewebe überfärbt werden (Prinzip der progressiven Färbung).
Nach der Färbung muss man die Pikrinsäure möglichst vollständig aus dem kollagenen Bindegewebe ausspülen,
da mit Säurefuchsin gefärbtes Gewebe empfindlich gegenüber Säuren und Alkalien reagiert und sonst leicht
verblasst. Der Vorgang erfordert etwas Fingerspitzengefühl, da die Spülung abgebrochen werden muss,
bevor die Pikrinsäure auch aus den übrigen Gewebebereichen gelöst wird (Schnitt wird dann rotstichig).
Die Kernfärbung erfolgt mit Eisenhämatoxylinlösung nach Weigert. Die Lösung ist säurefest und daher beständig
gegenüber Pikrinsäure.
Weitere benötigte Chemikalien:
Eisenhämatoxylinlösung nach Weigert
(Lösung A, Best.-Nr. X906, Lösung B, Best.-Nr. X907)
Ethanol vergällt: 99,8% (Best.-Nr. K928), 96% (T171), 70% (T913)
HCl-Alkohol 3 % (Best.-Nr. 6477) – Gebrauchslösung 0,5 %
Intermedium - zur Auswahl: ROTI®Histol (Best.-Nr. 6640)
ROTICLEAR® (Best.-Nr. A538)
Passendes Eindeckmedium: ROTI®Histokitt (Best.-Nr. 6638), kompatibel mit ROTI®Histol
Durchführung*:
1. Schnitte entparaffinieren und rehydrieren
(absteigende Alkoholreihe mit Abschluss Ethanol 70%).
2. Färben mit Eisenhämatoxylinlösung
(Lsg. A + Lsg. B im Verhältnis 1:1 mischen,
ca. 8 Tage stabil bei Raumtemperatur).
5-10 min
3. Spülen mit Aqua dest.
zur Vermeidung von Hämatein-Niederschlägen.
4. Mikroskopkontrolle: Zellkerne grau-blau, Zytoplasma
farblos bis max. leicht grau. Bei stärkerer Färbung
Zytoplasma differenzieren mit HCl-Alkohol 0,5%.
2-3 sec
5. Spülen mit Leitungswasser zur Unterbrechung der
Differenzierung.
6. Bläuen unter fließendem Leitungswasser.
10 min
* Nach Romeis, Mikroskopische Technik, 18. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag (2010)
Xylol p.a. (Best.-Nr. 4436)
ROTI®Mount (Best.-Nr. HP68), kompatibel mit ROTICLEAR®
ROTI®Histokitt II (Best.-Nr.T160), kompatibel mit Xylol
7. Färben mit van Gieson-Lösung.
1-3-min
8. Kurzes Spülen mit Ethanol 70% und Ethanol 96%.
Vorsicht, Pikrinsäure ist besonders in verdünntem
Ethanol gut löslich!
9. Entwässern und Spülen mit Ethanol 96%,
zum Schluss 2 x Ethanol 100%.
10. Zwischenschritt mit Intermedium.
11. Eindecken mit passendem Eindeckmedium.
Hinweis zu Schritt 9:
Moderat spülen mit hochprozentigem Ethanol, um
Pikrinsäure aus kollagenem Bindegewebe
auszuwaschen (s. auch Einleitung oben)
Ergebnis:
Zellkerne: schwarzblau/schwarzbraun
Kollagenes Bindegewebe: rot
SDB-Version: 15.10.2021

Elastika van Gieson Färbung
Die van Gieson-Trichromfärbung lässt sich gut mit der Elastika-Färbung nach Weigert kombinieren. Man erhält so
einen guten Überblick über die verschiedenen Gewebestrukturen, speziell das Bindegewebe und die elastischen
Fasern lassen sich differenziert darstellen.
Weitere benötigte Chemikalien:
Eisenhämatoxylinlösung nach Weigert
(Lösung A, Best.-Nr. X906, Lösung B, Best.-Nr. X907)
Ethanol vergällt: 99,8% (Best.-Nr. K928), 96% (T171), 70% (T913)
Resorcin-Fuchsin-Lösung nach Weigert (Best.-Nr. X877)
Intermedium - zur Auswahl: ROTI®Histol (Best.-Nr. 6640)
ROTICLEAR® (Best.-Nr. A538)
Passendes Eindeckmedium: ROTI®Histokitt (Best.-Nr. 6638), kompatibel mit ROTI®Histol
Durchführung*:
1. Schnitte entparaffinieren und rehydrieren
(absteigende Alkoholreihe mit Abschluss Ethanol 80%).
2. Färben mit Resorcin-Fuchsin-Lösung.
20-30 min
3. Spülen unter fließendem Leitungswasser, bis keine
Farbe mehr abgeht.
4. Spülen mit Aqua dest. 12. Kurzes Spülen mit Ethanol 70% und Ethanol 96%.
5. Differenzieren mit Ethanol 80%. 13. Entwässern und Spülen mit Ethanol 96%,
6. Kurzes Spülen mit Aqua dest. zur Unterbrechung der
Differenzierung.
7. Mikroskopkontrolle:
Elastische Fasern dunkelviolett auf hellrosa Grund.
8. Färben mit Eisenhämatoxylinlösung
(Lsg. A + Lsg. B im Verhältnis 1:1 mischen,
ca. 8 Tage stabil bei Raumtemperatur).
2-3 min
*Nach Romeis, Mikroskopische Technik, 18. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag (2010)
Ergebnis:
Elastische Fasern: schwarzviolett
Zellkerne: schwarzblau/schwarzbraun
Kollagene Fasern: rot
Muskulatur, Zytoplasma: gelb
Man beachte:
Die Farbintensität ist abhängig von der Vorbehandlung und Beschaffenheit der zu färbenden Probe.
Es kann also ggf. erforderlich sein, die Methode zunächst an die jeweiligen Bedingungen anzupassen.
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GmbH mit Sitz in Karlsruhe, Reg. Gericht Mannheim HRB 100428.
SDB-Version: 15.10.2021
Geschäft sführer: A ndré Houdelet
Xylol p.a. (Best.-Nr. 4436)
ROTI®Mount (Best.-Nr. HP68), kompatibel mit ROTICLEAR®
ROTI®Histokitt II (Best.-Nr.T160), kompatibel mit Xylol
9. Spülen mit Aqua dest.
zur Vermeidung von Hämatein-Niederschlägen.
10. Bläuen mit fließendem Leitungswasser.
10 min
11. Färben mit van Gieson-Lösung.
1-3-min
Vorsicht, Pikrinsäure ist besonders in verdünntem
Ethanol gut löslich!
zum Schluss 2 x Ethanol 100%.
14. Zwischenschritt mit Intermedium
15. Eindecken mit passendem Eindeckmedium
Hinweis zu Schritt 13: Moderat spülen mit hochprozentigem Ethanol, um Pikrinsäure aus kollagenem
Bindegewebe auszuwaschen. Verhindert schnelles
Verblassen der Färbung. Achtung: Zu intensives
Spülen führt zu rotstichigen Schnitten!
Van Gieson-Lösung
3925.1 500ml
3925.2 1l