2.1.2 Anbindung von Filialen oder Heimarbeitsplätzen an die Zentrale...............................................9
2.1.3 VoIP für Unternehmen mit SIP-Trunking.....................................................................................9
2.1.4 Einbindung lokaler ISDN-Anschlüsse mit Remote-SIP-Gateway..................................................9
2.1.5 Verbindung von Standorten ohne SIP-TK-Anlage......................................................................10
2.2 Die zentrale Position der LANCOM VoIP Router........................................................................................11
2.2.1 Benutzer und Leitungen...........................................................................................................11
3 Die Gesprächsvermittlung: Call-Routing..........................................................................13
3.1 SIP-Proxy und SIP-Gateway......................................................................................................................13
3.2 Die Anmeldung von Benutzern am SIP-Proxy...........................................................................................13
3.2.1 Anmeldung am LANCOM VoIP Router (lokale Anmeldung).......................................................14
3.2.2 Anmeldung an übergeordnete SIP-PBX (übergeordnete Anmeldung)........................................14
3.2.3 Besondere Aspekte für ISDN-Benutzer......................................................................................15
3.3 Rufnummernumsetzung an Netz-Übergängen..........................................................................................16
3.4 Der Call-Manager.....................................................................................................................................16
3.5 Telefonieren mit dem LANCOM VoIP Router.............................................................................................17
5 Konfiguration des Call-Managers....................................................................................44
5.1 Ablauf des Call-Routings..........................................................................................................................44
5.2 Behandlung der Calling Party ID..............................................................................................................45
5.2.1 Behandlung von abgehenden Rufen........................................................................................45
5.2.2 Behandlung von eingehenden Rufen........................................................................................45
5.3 Die Parameter der Call-Routing-Tabelle....................................................................................................46
Alle Angaben in dieser Dokumentation sind nach sorgfältiger Prüfung zusammengestellt worden, gelten jedoch nicht
als Zusicherung von Produkteigenschaften. LANCOM Systems haftet ausschließlich in dem Umfang, der in den Verkaufsund Lieferbedingungen festgelegt ist. Weitergabe und Vervielfältigung der zu diesem Produkt gehörenden Dokumentation
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Handbuch
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LANCOM Systems GmbH
Adenauerstr. 20/B2
52146 Würselen
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www.openssl.org
).
eay@cryptsoft.com
) geschrieben
5
Handbuch
1 Einleitung
1 Einleitung
Voice-over-IP (VoIP) steht für Sprachkommunikation in Computernetzwerken auf Basis des Internet Protokolls (IP). Die
Kernidee ist, Funktionen der klassischen Telefonie über kostengünstige und weit verbreitete Netzwerkstrukturen wie z. B.
das Internet bereit zu stellen. VoIP selbst ist dabei kein Standard, sondern nur ein Sammelbegriff für verschiedene
Technologien (Endgeräte, Protokolle, Sprachkodierung usw.), die Sprachkommunikation in IP-Netzwerken ermöglichen.
Im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet man für das Telefonieren über ein Netzwerk (LAN oder Internet) verschiedene
Begriffe. Die Begriffe "Voice over IP" oder "IP-Telefonie" werden gleichwertig verwendet, obwohl sie im eigentlichen
Sinn unterschiedliche Bedeutungen haben.
Genauer betrachtet ist "Voice over IP" lediglich ein Begriff für die Technologie der Echtzeit-Gesprächsübertragung
1
über Datennetze unter Verwendung des IP-Protokolls (Internet-Protokoll). Der Begriff wird auch verwendet, wenn
die Technik nur in den Kernnetzen der Provider – im sogenannten Backbone – eingesetzt wird.
Der Begriff "IP-Telefonie" wird verwendet, wenn die VoIP-Technik auch im Endgerät eingesetzt wird, so dass der
1
Gesprächsteilnehmer selbst das IP-Netz zum Telefonieren nutzt.
Unter "Internet-Telefonie" wird allgemein das Telefonieren mittels VoIP über das Internet bezeichnet.
1
Im Folgenden wird dem allgemeinen Sprachgebrauch folgend meistens von "Voice over IP" gesprochen, auch wenn
IP-Telefonie gemeint ist.
Es gibt vier grundsätzliche Arten von Endgeräten, mit denen man die VoIP-Telefonie nutzen kann:
Mit einer auf dem PC laufenden Software, einem sogenannten "Softphone".
1
Mit einem direkt an das lokale Netz angeschlossenen IP- bzw. VoIP-Telefon.
1
Mit einem herkömmlichen Telefon, das über ein Adaptergerät (analoger Telefon-Adapter, ATA) an das lokale Netz
1
angeschlossen wird.
Über ein VoIP-Gateway, das Telefongespräche von Telefonen (analog und ISDN) auf VoIP umsetzt und dann zwischen
1
den beiden "Telefonwelten" wie eine TK-Anlage vermitteln kann.
Grundsätzlich unterschiedet man dabei, ob eine VoIP-Verbindung zwischen zwei direkt über das Datennetz verbundenen
Endgeräten (also PC oder ein IP-Telefon) aufgebaut wird, oder ob ein Teilnehmer im Fest- oder Mobilfunknetz eine
Umsetzung der Signalisierung, der Rufnummern und der Sprachdaten erfordert. Zur Unterscheidung der verschiedenen
Verbindungsvarianten haben sich die Begriffe "PC" für ein Gerät im LAN und "Phone" für ein Gerät im Festnetz
eingebürgert.
PC-to-PC Kommunikation
Bei dieser Anwendung muss das Endgerät direkt in das LAN des Benutzers integriert werden. Beispiele sind
ein PC, ein IP-Telefon oder ein Telefon, dass über ein ATA an das LAN angeschlossen ist.
Für den PC stehen verschiedene Softwarelösungen zur Verfügung, die als „Softphone“ bezeichnet werden.
Dabei ist zu beachten, dass einige dieser Programme nur mit Anwendern der gleichen Software kommunizieren
können und nicht mit Softphones von anderen Herstellern. Die Kommunikation ist meist kostenlos innerhalb
des Internets. Ein gängiges Beispiel ist Skype, das ein eigenes Protokoll verwendet.
PC-to-Phone und Phone-to-PC Kommunikation
In diesem Fall müssen die Gesprächsdaten vom Internet auf das Festnetz übertragen werden, in der Regel
mit Hilfe so genannter VoIP-Gateways. Diese Gateways werden im Allgemeinen von Providern zur Verfügung
gestellt und sind gebührenpflichtig.
Eine andere Möglichkeit bieten VoIP-Router, die in der Lage sind, VoIP-Gespräche auf eine ISDN-Leitung zu
vermitteln. Beispiele sind verschiedene LANCOM VoIP Router mit SIP-Gateway und ISDN-Schnittstellen. Bei
der Überleitung der Gespräche ins Festnetz werden die üblichen Gebühren des Telefonbetreibers berechnet.
6
Handbuch
1 Einleitung
Um selbst an einem PC angerufen werden zu können, benötigt der Teilnehmer eine VoIP-Telefonnummer, die
in der Regel ebenfalls von einem Provider bereitgestellt wird.
VoIP-Provider stellen üblicherweise nur einzelne Rufnummern bereit und keine kompletten Rufnummernkreise
mit Stammnummer und Durchwahlen. Daher sind die von öffentlichen Providern bereitgestellten Rufnummern
für viele Business-Kunden nicht attraktiv. Beim Einsatz der LANCOM VoIP Router mit SIP-Gateway können
die bisher verwendeten Rufnummern weiter verwendet werden, die Funktionen der VoIP-Telefonie können
zusätzlich genutzt werden.
7
VOIPRouter
AnalogFAX
PC/Softphone
VoIPTelefon
PC/Softphone
INTERNET
SIPServer
SIPTelefon
ISDNTelefon
ISDN
PBX
Handbuch
2 VoIP-Implementation im LANCOM VoIP Router
2 VoIP-Implementation im LANCOM VoIP Router
Kernfunktion der VoIP-Implementierung im LANCOM VoIP Router ist die Vermittlung von Telefongesprächen von
verschiedenen lokalen Schnittstellen (LAN, WLAN, ISDN) auf die von dem Router erreichbaren WAN Verbindungen. Dabei
wird sowohl die Vermittlung zwischen den lokalen Schnittstellen untereinander (lokales Gespräch) ermöglicht, als auch
die Vermittlung zwischen WAN Schnittstellen.
Grundlage für die Implementierung und Vermittlung ist dabei das SIP-Protokoll. Die Gespräche aller Schnittstellen werden
über Interface-Umsetzer auf SIP umgewandelt (im Wesentlichen betrifft das die ISDN-Schnittstellen).
2.1 Anwendungsbeispiele
Voice-over-IP-Lösungen bringen ihre Vorteile in einem sehr breiten Anwendungsspektrum ein, angefangen von kleinen
Unternehmen bis hin zu großen Konzernen mit ausgedehntem Filialbetrieb. In diesem Abschnitt stellen wir einige Beispiele
vor.
Konkrete Hinweise zur Konfiguration finden Sie im Kapitel 'Konfiguration der VoIP-Funktionen'.
4
2.1.1 Ergänzung bestehender ISDN-TK-Anlagen
Bestehende Telefonstrukturen können durch den Einsatz eines LANCOM VoIP Router sehr komfortabel um VoIP-Funktionen
erweitert werden.
Über die TK-Anlage und die angeschlossenen ISDN-Telefone sind weiterhin alle Gespräche wie zuvor möglich, auch die
Erreichbarkeit unter den bekannten Telefonnummern bleibt erhalten. Zusätzlich bietet diese Anwendung folgende
Möglichkeiten:
Zu den bisher verwendeten ISDN-Telefonen können auch VoIP-Telefone oder VoIP-Softphones in die Telefonstruktur
1
aufgenommen werden.
Die ISDN-Telefone lassen sich weiterhin verwenden, können aber zusätzlich die internen VoIP-Telefone sowie
1
VoIP-Softphones im LAN erreichen.
Gespräche mit externen SIP-Teilnehmern im Netz des eigenen Internetproviders können bei vielen Anbietern kostenlos
1
geführt werden.
Mit der Verbindung zu einem öffentlichen SIP-Provider können auch alle anderen SIP-Teilnehmer weltweit in anderen
1
Provider-Netzen erreicht werden. Alternativ zur direkten ISDN-Verbindung lassen sich Teilnehmer im ISDN-Netz auch
über den Umweg eines SIP-Providers erreichen. Die Gebühren richten sich nach den Tarifen der jeweiligen Anbieter.
Für Fern- und Auslandsgespräche ist in vielen Fällen die Nutzung des SIP-Providers deutlich günstiger als die klassische
Telefonverbindung.
8
VoIPRouter
AnalogesTelefon
POTS
INTERNET
VoIPRouter
VoIPTelefon
PCPC
PC/Softphone
PBX
VoIPTelefon
VoIPTelefonVoIPTelefon
2 VoIP-Implementation im LANCOM VoIP Router
Der LANCOM VoIP Router übernimmt in diesem Aufbau die Vermittlung der Gespräche.
2.1.2 Anbindung von Filialen oder Heimarbeitsplätzen an die Zentrale
Viele Filialen oder Heimarbeitsplätze sind schon über VPN an das Netz der Zentrale angebunden. Allerdings beschränkt
sich die Anbindung in vielen Fällen nur auf die Datenübertragung. Mit dem Einsatz von VoIP können die firmeninternen
Gespräche über die ohnehin vorhandene VPN-Verbindung kostenlos und – dank der VPN-Verschlüsselung – abhörsicher
geführt werden.
Mit dem Einsatz eines LANCOM VoIP Router in der Filiale bzw. am Heimarbeitsplatz erschließen sich die klassische
Telefonwelt über ISDN und VoIP-Telefonie mit nur einem einzigen Telefon: als Endgerät kann ein vorhandenes ISDN-Telefon
oder ein VoIP-Telefon verwendet werden, um eine gebührenfreie Telefon-Verbindung per VPN zur Zentrale oder auch
eine gewöhnliche Verbindung per ISDN aufzunehmen.
Handbuch
Die Vorteile der Telefon-Anbindung an die Zentrale:
Die komplette Konfiguration der Telefonfunktionen kann an einer Stelle in der VoIP-TK-Anlage der Zentrale
1
vorgenommen werden.
Die Teilnehmer aus den Heimbüros oder den Filialen melden sich an der zentralen TK-Anlage an.
1
Gespräche innerhalb des Firmennetzwerks werden kostenlos geführt.
1
Bei den ausgehenden Gesprächen kann je nach Verbindungs- oder Kostensituation automatisch entschieden werden,
1
welche Leitung genutzt werden soll.
2.1.3 VoIP für Unternehmen mit SIP-Trunking
Eine der größten Hürden für einen vollständigen Umstieg von Unternehmen auf VoIP-Lösungen stellt die Beibehaltung
der verwendeten Rufnummern dar. Die üblichen SIP-Accounts bei den entsprechenden Providern bieten zwar teilweise
Rufnummern für den Übergang in das Telefon-Festnetz an, dabei handelt es sich in der Regel aber um einzelne Rufnummern
aus einem "Pool" des Providers. Für Unternehmen mit einer größeren Anzahl an Telefonteilnehmern und Rufnummern
ist aber die Übernahme der bisherigen Rufnummern und die "Durchwahlfähigkeit" ein entscheidendes Kriterium bei der
Migration zu VoIP.
Mit der Funktion SIP-Trunking können LANCOM VoIP Router komplette Rufnummernbereiche aus Stammnummern und
zugehörigen Durchwahlen auf eine einzige Verbindung zu einem SIP-Provider abbilden, wenn dieser ebenfalls das Direct
Dialing In (DDI) unterstützt und mehrere gleichzeitige Verbindungen anbietet. Die SIP-Provider bieten mit dem SIP-Trunking
üblicherweise auch die Übernahme der verwendeten Rufnummern vom bisherigen Telefonanbieter an.
2.1.4 Einbindung lokaler ISDN-Anschlüsse mit Remote-SIP-Gateway
Die Netzwerke an national oder international verteilten Unternehmens-Standorten sind oft schon über VPN verbunden.
Mit einem LANCOM VoIP Router können nicht nur die SIP- und ISDN-Telefone einer Filiale an die SIP-TK-Anlage der
Zentrale angebunden werden, der Übergang zum lokalen ISDN-Netz kann mit der Funktion "SIP-Gateway" in die
Unternehmenskommunikation eingebunden werden.
9
VoIPRouter
AnalogFAX
ISDNTelefon
ISDN
VoIPRouter
INTERNET
AnalogesTelefon
POTS
PC/Softphone
VoIPTelefon
AnalogPBXISDNPBX
PC/Softphone
PC/Softphone
VoIPTelefon
Handbuch
2 VoIP-Implementation im LANCOM VoIP Router
Das SIP-Gateway ist für abgehende und ankommende Rufe aktiv:
Eine Zentrale in Hamburg kann z. B. einen LANCOM VoIP Router mit SIP-Gateway in der Filiale in München nutzen,
1
um Gespräche mit den Kunden und Lieferanten im Ortsbereich München zu den Gebühren für Ortsgespräche zu
führen ("local break out").
Um für die Kunden in einem anderen Land besser erreichbar zu sein, kann die Zentrale in Hamburg z. B. einen
1
LANCOM VoIP Router mit SIP-Gateway am Vertriebsstandort in Italien nutzen. Die Kunden können den Support oder
Service dann über eine entsprechende nationale Service-Rufnummer erreichen. Die Rufe werden aus dem lokalen
ISDN-Netz angenommen und im Netz des Unternehmens an einen freien oder zuständigen Mitarbeiter zugestellt.
Über das Call-Routing können dabei z. B. anhand der Rufnummer des Kunden bestimmte Anschlüsse für die
Weiterleitung ausgewählt werden.
Die Vorteile des SIP-Gateways:
Der lokale ISDN-Anschluss an einem bestimmten Standort steht allen Standorten im gesamten Unternehmen zur
1
Verfügung.
Nationale und internationale Ferngespräche können auf Ortsgespräche oder regionale Gespräche abgebildet werden
1
und so Kosten einsparen.
Automatisches Routing von eingehenden Rufen zu zuständigen Mitarbeitern.
1
2.1.5 Verbindung von Standorten ohne SIP-TK-Anlage
Auch verteilte Unternehmen ohne eigene SIP-TK-Anlage können die Vorteile der VoIP-Standortverbindung nutzen. In
diesem "Peer-to-Peer"-Szenario werden an beiden Standorten LANCOM VoIP Router eingesetzt.
10
Neben der Datenübertragung über VPN können auch die VoIP-Funktionen zwischen den beiden Standorten genutzt
werden.
Die Vorteile der Peer-to-Peer-Standortverbindung:
2 VoIP-Implementation im LANCOM VoIP Router
ISDN-TK-Anlagen an verschiedenen Standorten lassen sich zu einem gemeinsamen internen Telefonnetz
1
zusammenschalten.
Keine SIP-TK-Anlage erforderlich.
1
Gespräche innerhalb des Firmennetzwerks werden gebührenfrei geführt.
1
Bei den ausgehenden Gesprächen kann je nach Verbindungs- oder Kostensituation automatisch entschieden werden,
1
welche Leitung genutzt werden soll.
Eingehende Gespräche können direkt an die entsprechenden Mitarbeiter eines anderen Standorts vermittelt werden.
1
2.2 Die zentrale Position der LANCOM VoIP Router
LANCOM VoIP Router nehmen eine zentrale Position bei der Vermittlung von Telefongesprächen zwischen internen und
externen Gesprächsteilnehmern über verschiedene Kommunikationswege ein. Je nach Modell und Ausstattung verbinden
die Geräte die folgenden Kommunikationsteilnehmer und -wege zu einer gemeinsamen Telefonstruktur:
1. die intern an LAN, WLAN und DMZ angeschlossenen VoIP-Endgeräte wie SIP-Telefone und SIP-Softphones
2. die interne ISDN-Infrastruktur mit ISDN-TK-Anlage und ISDN-Telefonen
3. externe SIP-Provider mit allen über den jeweiligen Provider erreichbaren, externen Gesprächsteilnehmern
4. übergeordnete SIP-TK-Anlagen mit allen über diese Anlage erreichbaren, internen und externen Gesprächsteilnehmern
5. die externe ISDN-Welt über einen ISDN-NTBA oder eine übergeordnete ISDN-TK-Anlage mit allen über das Festnetz
erreichbaren, externen Gesprächsteilnehmern
Handbuch
2.2.1 Benutzer und Leitungen
Telefonie-Teilnehmer in internen Bereichen können in der Sprachkommunikation aktiv werden und werden in der LANCOM
VoIP-Umgebung als "Benutzer" bezeichnet. Das LANCOM unterscheidet dabei:
11
Handbuch
2 VoIP-Implementation im LANCOM VoIP Router
ISDN-Benutzer
Maximal 40 über das ISDN-Netz angeschlossene Endgeräte, inkl. der an einer übergeordneten ISDN-TK-Anlage
angeschlossenen ISDN-Endgeräte.
SIP-Benutzer
Maximal 8 über LAN, WLAN und DMZ angeschlossene SIP-Endgeräte sowie die über ATA angeschlossenen
analogen Endgeräte.
Die externen Kommunikationswege für die Benutzer werden als "Leitungen" bezeichnet. Das LANCOM kennt die folgenden
Leitungen:
ISDN
An die NT-Schnittstelle können ISDN-Endgeräte direkt oder über eine untergeordnete ISDN-TK-Anlage
angeschlossen werden.
SIP-Leitungen
Maximal 16 SIP-Leitungen. Für die SIP-Leitungen werden drei Varianten unterschieden:
Als "Einzel-Account"-Leitung verhält sich die Leitung wie ein üblicher SIP-Account mit einer einzigen
1
Rufnummer. Die internen Benutzer können diesen Account gemeinsam für SIP-Telefonate nutzen, dabei
ist immer nur ein Gespräch zur gegebenen Zeit möglich.
Je nach Angebot des Providers können über diese Leitungen die Teilnehmer im Netz des Providers, die
Teilnehmer in anderen SIP-Netzen (Partner-Netze) oder auch die Teilnehmer im Festnetz erreicht werden.
Auch die eigene Erreichbarkeit über eine Rufnummer aus dem Festnetz oder nur über SIP-Namen aus dem
Internet ist je nach Anbieter verschieden.
Als "Trunk"-Leitung verhält sich die Leitung wie ein erweiterter SIP-Account mit einer Stamm- und mehreren
1
Durchwahlnummern. Die internen Benutzer nutzen diesen Account parallel, es sind mehrere Gespräche
gleichzeitig möglich (bis zur maximalen Ausnutzung der verfügbaren Bandbreite).
Als "SIP-Gateway"-Leitung stellt der LANCOM VoIP Router für eine entfernte SIP-TK-Anlage einen Übergang
1
in ein lokales ISDN-Netz her. Das SIP-Gateway wird mit einer einzigen Nummer bei der SIP-TK-Anlage
registriert, es sind allerdings mehrere Gespräche gleichzeitig möglich (bis zur maximalen Ausnutzung der
verfügbaren Bandbreite). Die Verbindung zwischen der SIP-TK-Anlage und dem LANCOM VoIP Router
wird üblicherweise über eine VPN-Verbindung hergestellt.
SIP-TK-Anlagen
Maximal 4 Verbindungen zu übergeordneten SIP-TK-Anlagen. Bei diesen Leitungen handelt es sich in der
Regel um Verbindungen zu großen TK-Anlagen, die im Netzwerk der Zentrale stehen und die über eine
VPN-Verbindung erreicht werden können.
12
3 Die Gesprächsvermittlung: Call-Routing
Alle Gespräche zwischen den internen Teilnehmern und den über die externen Leitungen erreichbaren Teilnehmer werden
im LANCOM wie SIP-Gespräche behandelt – auch wenn die Verbindung zwischen zwei ISDN-Teilnehmern aufgebaut
wird.
Der Call-Router im LANCOM VoIP Router übernimmt die Vermittlung der Gespräche. Die Vermittlung stützt sich dabei
im Wesentlichen auf die Informationen aus zwei Tabellen:
Die Regeln in der Call-Routing-Tabelle können die beim Call-Router eingehenden Rufnummern bei Bedarf verändern
1
und flexibel entscheiden, über welche Leitung ein Gespräch geführt werden soll.
Die Tabelle der lokal angemeldeten Benutzer gibt Aufschluss darüber, welches Endgerät über welche interne
1
Rufnummer erreichbar ist.
Die Bandbreitenreservierung sowie QoS- und Firewall-Einstellungen, die für die zuverlässige Übertragung der Voice-Daten
notwendig sind, werden vom LANCOM automatisch vorgenommen.
Beim Verbindungsaufbau prüft das LANCOM, welche Bandbreite (unter Beachtung der erlaubten Codecs) für diese
1
Verbindung maximal benötigt werden könnte.
Handbuch
3 Die Gesprächsvermittlung: Call-Routing
Diese Bandbreite wird dann automatisch beim Verbindungsbeginn im QoS-Modul reserviert.
2
Steht diese maximale Bandbreite bei der Verhandlung nicht zur Verfügung, kommt die Verbindung nicht zustande.
2
Sofern sich die beteiligten Endgeräte während der Verhandlung auf einen Codec mit geringeren Bandbreitenbedarf
2
einigen, wird die reservierte Bandbreite entsprechend herabgesetzt.
Alle Pakete von ISDN-Benutzern werden im LANCOM mit einer DiffServ-Markierung versehen (bei SIP-Benutzern
1
kommen die QoS-Markierungen üblicherweise aus den Telefonen bzw. Soft-Phones):
SIP-Pakete zur Signalisierung werden als CS1 markiert.
2
RTP-Pakete werden als EF markiert.
2
Die für die Übertragung notwendigen Ports werden automatisch freigeschaltet.
1
3.1 SIP-Proxy und SIP-Gateway
Die Aufgaben der Gesprächsvermittlung zwischen den SIP- und ISDN-Teilnehmern auf den verschiedenen Leitungen
werden durch zwei Funktionen im LANCOM VoIP Router realisiert:
SIP-Proxy
Ein SIP-Proxy übernimmt die Aufgaben einer reinen Vermittlung zwischen den Gesprächsteilnehmern.
SIP-Gateway
Das SIP-Gateway übernimmt die Funktion des Umsetzers zwischen IP-basierender Telefonie auf Basis des
SIP-Protokolls und anderen (Fernmelde-) Netzwerken, z. B. dem ISDN-Netz.
3.2 Die Anmeldung von Benutzern am SIP-Proxy
Ein LANCOM VoIP Router bildet die zentrale Vermittlungsstelle für SIP-Gespräche zwischen verschiedenen Teilnehmern,
die über unterschiedliche Leitungen miteinander kommunizieren wollen. Die Aufgaben der Vermittlung werden im
13
Handbuch
3 Die Gesprächsvermittlung: Call-Routing
LANCOM vom SIP-Proxy übernommen. Die Telefon-Endgeräte teilen dem SIP-Proxy ihre Wünsche nach Verbindungsaufbau
mit, der SIP-Proxy entscheidet anhand bestimmter Regeln, über welche Leitung die Verbindung aufgebaut werden soll.
Umgekehrt kann der SIP-Proxy die eingehenden Gespräche anhand seiner Regeln einem bestimmten Endgerät zuordnen.
Damit die Endgeräte diese Vermittlung nutzen können, müssen sie am SIP-Proxy angemeldet (registriert) sein. Sofern
die Anmeldung auf die Vermittlung der Rufe im LANCOM beschränkt ist, spricht man von "lokaler Anmeldung".
Werden weitere Vermittlungsstellen – wie z. B. eine SIP-TK-Anlage an einem anderen Standort – in die Vermittlung der
Gespräche mit einbezogen, spricht man von einer übergeordneten Anmeldung. In diesem Fall nimmt das LANCOM
zunächst den Anmeldewunsch entgegen und leitet ihn bei Bedarf an die übergeordnete Instanz weiter. In diesem
Zusammenhang bezeichnen wir das LANCOM als "transparenten Proxy".
Der große Vorteil dieser zweistufigen Anmeldung kommt im Backup-Fall zum Tragen: Falls die Verbindung zu einer
übergeordneten SIP-PBX einmal nicht zur Verfügung steht, kann der SIP-Proxy auch die übergeordnet angemeldeten
Benutzer als lokale Benutzer verwalten und die Gespräche über die definierten Alternativ-Leitungen führen.
3.2.1 Anmeldung am LANCOM VoIP Router (lokale Anmeldung)
Für die lokale Anmeldung am LANCOM reicht es zunächst aus, wenn der Benutzer eine gültige VoIP-Domäne an den
SIP-Proxy übermittelt. Gültig sind die interne VoIP-Domäne des LANCOM VoIP Router und alle Domänen, die in einer
SIP-Leitung eingetragen sind.
Die Domäne wird bei SIP-Endgeräten im LAN (SIP-Telefon oder SIP-Softphone) in der Konfiguration eingetragen. Ein
1
Eintrag als SIP-Benutzer in der Konfiguration des LANCOM ist nicht erforderlich. Diese Variante wird auch als
"automatische Anmeldung" bezeichnet.
Bei ISDN-Endgeräten kann die Domäne nicht im Telefon eingetragen werden, daher ist für die Anmeldung von
1
ISDN-Benutzern immer ein entsprechender Eintrag als ISDN-Benutzer in der Konfiguration des LANCOM erforderlich.
Um Anmeldungen von unbekannten Teilnehmern zu verhindern, kann für die lokale Anmeldung eine Authentifizierung
1
am SIP-Proxy vorgeschrieben werden (lokale Authentifizierung). In diesem Fall ist immer ein Eintrag als SIP- oder
ISDN-Benutzer in der Konfiguration des LANCOM notwendig.
Die automatische Anmeldung ohne Eintrag eines Passworts ist auf die SIP-Benutzer im LAN beschränkt.
4
SIP-Benutzer aus dem WAN müssen immer über einen entsprechenden Benutzer-Eintrag mit Passwort authentifiziert
werden.
3.2.2 Anmeldung an übergeordnete SIP-PBX (übergeordnete Anmeldung)
14
Für die Anmeldung an einer SIP-PBX ist in der Regel immer eine Authentifizierung mit Benutzer und Passwort erforderlich.
Hier gibt es zwei Möglichkeiten zur Übertragung der Authentifizierungsdaten an die SIP-PBX:
Alle SIP- und ISDN-Benutzer auf Seite des LANCOM VoIP Router verwenden die gleichen, gemeinsamen Zugangsdaten.
1
In diesem Fall wird nur die VoIP-Domäne der SIP-PBX und die entsprechende Benutzer-ID im SIP-Endgerät eingetragen.
Für die ISDN-Benutzer wird die VoIP-Domäne der SIP-PBX im LANCOM als ISDN-Benutzer eingetragen. Der SIP-Proxy
erkennt den Anmeldewunsch an einer übergeordneten SIP-PBX daran, dass die vom Client übermittelte Domäne mit
Handbuch
3 Die Gesprächsvermittlung: Call-Routing
einer eingetragenen Domäne einer SIP-PBX-Leitung übereinstimmt. Er ergänzt die Anmeldedaten mit dem gemeinsamen
Passwort und leitet die Anmeldung weiter an die SIP-PBX.
Falls in der SIP-PBX die SIP- oder ISDN-Benutzer am LANCOM VoIP Router mit unterschiedlichen Passwörtern
1
eingetragen sind, müssen die Benutzer bei der Anmeldung ihr individuelles Passwort übermitteln. Für jeden SIP- oder
ISDN-Benutzer wird daher im LANCOM ein Benutzereintrag mit dem individuellen Passwort angelegt, dass auch bei
den SIP-Endgeräten so eingetragen wird. Benutzer mit gemeinsamen und individuellen Passwörtern können parallel
verwaltet werden.
3.2.3 Besondere Aspekte für ISDN-Benutzer
Die Integration von ISDN-Endgeräten in die VoIP-Umgebung des LANCOM und die erforderlichen Konfigurationsschritte
sind abhängig vom jeweiligen Anwendungsbeispiel und von den Möglichkeiten einer evtl. eingesetzten ISDN-TK-Anlage.
Wichtig für die Anwender sind vor allem die folgenden Fragen:
Können die ISDN-Endgeräte intern mit SIP-Benutzern telefonieren?
1
Sind die ISDN-Endgeräte von extern über SIP-Leitungen erreichbar?
1
Können die ISDN-Endgeräte extern über SIP-Leitungen telefonieren?
1
Wenn die ISDN-Endgeräte über eine ISDN-NT-Schnittstelle des LANCOM erreichbar sind, bezeichnen wir sie als
"untergeordnet". Für das LANCOM handelt es sich dann um lokale Teilnehmer, die über die Liste der angemeldeten
Benutzer aufgelöst werden können. Da die ISDN-Endgeräte selbst keine Domäne zur Anmeldung am LANCOM übermitteln
können, müssen sie mit einem entsprechenden Eintrag als ISDN-Benutzer eingetragen und so dem VoIP-System bekannt
gemacht werden.
ISDN-Endgeräte an einer untergeordneten ISDN-TK-Anlage ...
können interne Rufe zu den SIP-Benutzern aufbauen, indem sie das für die TK-Anlage notwendige Amtsholungszeichen
1
vor die interne Rufnummer der SIP-Benutzer stellen. Die TK-Anlage gibt den Anruf dann mit der internen Rufnummer
des SIP-Benutzers – ohne das Amtsholungszeichen – auf ihrem externen ISDN-Bus an das LANCOM weiter.
können interne Rufe der SIP-Benutzer empfangen, wenn im Eintrag für den ISDN-Benutzer die richtige Zuordnung
1
von interner Rufnummer zur entsprechenden MSN eingetragen ist. Das LANCOM setzt einen Ruf an die interne
15
Handbuch
3 Die Gesprächsvermittlung: Call-Routing
Nummer des ISDN-Benutzers auf die MSN und gibt diese auf dem zugewiesenen ISDN-Bus aus. Die TK-Anlage
empfängt die MSN wie einen externen Anruf und leitet ihn an das entsprechende ISDN-Endgerät weiter.
können eingehende und abgehende Gespräche über SIP- und ISDN-Leitungen führen wie die SIP-Benutzer. Bei den
1
abgehenden Rufen ist wieder das ggf. notwendige Zeichen für die Amtsholung an der TK-Anlage erforderlich.
3.3 Rufnummernumsetzung an Netz-Übergängen
LANCOM VoIP Router vermitteln Gespräche zwischen verschiedenen Telefonnetzen, z. B. dem ISDN-Netz, den Netzen
verschiedener SIP-Provider und dem internen Telefonnetz. In jedem dieser Netze werden üblicherweise andere
Rufnummernbereiche oder sogar unterschiedliche Konventionen zur Adressierung der Gesprächsteilnehmer verwendet.
Während das klassische Festnetz die aus numerischen Zeichen bestehenden Rufnummern mit Landes- und
Ortsnetzvorwahlen verwendet, erlaubt die SIP-Welt auch alphanumerische Namen mit Domänen-Angaben.
Beim Übergang von Anrufen zwischen diesen Bereichen müssen die "Rufnummern" jeweils so umgesetzt werden, dass
die gewünschten Gesprächsteilnehmer erreicht werden können.
Sowohl gerufene als auch rufende Nummer müssen je nach Anwendungsfall so modifiziert werden, dass auch der Rückruf
zur Quelle des Anrufs möglich ist.
Die Rufnummernumsetzung an den Amtsübergängen wird in erster Linie realisiert durch entsprechende Mapping-Einträge
bei den ISDN- und SIP-Leitungen sowie durch die Regeln der Call-Routing-Tabelle.
3.4 Der Call-Manager
Der Call-Manager hat die zentrale Aufgabe, einen zur Vermittlung anliegenden Ruf einer bestimmten Leitung oder einem
bestimmten Benutzer zuzuordnen. Für diese Zuordnung nutzt der Call-Manager die Call-Routing-Tabelle und die Liste
der angemeldeten Benutzer. Die Vermittlung der Anrufe läuft in folgenden Schritten ab:
Bearbeitung der gerufenen Nummer (Called Party ID)
1
Zunächst wird überprüft, ob eine numerische oder alphanumerische Nummer vorliegt. Dazu werden typische
Wahltrennzeichen wie „()-/“ und <Blank> entfernt. Ein „+“ an erster Stelle bleibt erhalten. In diesem Fall gilt die
Nummer weiter als numerische Nummer. Wird bei der Prüfung ein anderes alphanumerisches Zeichen entdeckt, wird
die Rufnummer als alphanumerisch betrachtet und bleibt unverändert.
Auflösung des Rufes in der Call-Routing-Tabelle
1
Nach der Bearbeitung der Called Party ID wird der Ruf an die Call-Routing-Tabelle übergeben. Die Einträge in der
Call-Routing-Tabelle bestehen aus Sätzen von Bedingungen und Anweisungen. Die Einträge – mit Ausnahme der
Default-Routen – werden der Reihe nach durchsucht, der erste Eintrag wird ausgeführt, bei dem alle angegebenen
Bedingungen erfüllt sind.
Auflösung des Rufes über die Tabellen der lokalen Teilnehmer
1
16
Wird in der Call-Routing-Tabelle kein Eintrag gefunden, der mit dem anliegenden Ruf übereinstimmt, sucht der
Call-Manager in den Listen der lokalen Teilnehmer. Für das Call-Routing werden alle dem Call-Router bekannten
Benutzer verwendet (angemeldete SIP-Benutzer und konfigurierte ISDN-Benutzer). Wird dort ein Eintrag gefunden,
dessen Nummer mit der gerufenen Nummer übereinstimmt und der auch über die passende Ziel-Domäne verfügt,
dann wird dieser Ruf an den entsprechenden Teilnehmer zugestellt.
Wird kein lokaler Teilnehmer gefunden, für den Nummer und Ziel-Domäne übereinstimmen, reicht in einem weiteren
Durchlauf auch die Übereinstimmung der Rufnummer des lokalen Teilnehmers mit der gerufenen Nummer, die
Ziel-Domäne bleibt ohne Berücksichtigung.
Auflösung des Rufes über die Default-Einträge in der Call-Routing-Tabelle
1
Falls die vorangehenden Durchläufe durch die Call-Routing-Tabelle und die Listen mit den lokalen Teilnehmern keinen
Erfolg hatten, wird der anliegende Ruf erneut in der Call-Routing-Tabelle geprüft. In diesem Durchlauf werden dann
allerdings nur die Default-Routen berücksichtigt. Dabei werden die in den Default-Routen eingetragenen Nummern
und Ziel-Domänen nicht berücksichtigt. Nur die Quell-Filter werden ausgewertet, sofern die Default-Route über solche
Filter verfügt.
Konkrete Beispiele für den Ablauf des Call-Routing finden Sie bei der Beschreibung der Konfigurationsbeispiele.
5
3.5 Telefonieren mit dem LANCOM VoIP Router
Mit dem Einsatz der LANCOM VoIP Router eröffnen sich zahlreiche neue Möglichkeiten zum Aufbau von Telefongesprächen.
Je nach Konstellation der eingesetzten Endgeräte (z. B. SIP- oder ISDN-Telefone, SIP- oder ISDN-TK-Anlagen) und abhängig
von der Konfiguration des Call-Routings im LANCOM VoIP Router sind einige Hinweise für das Verständnis des
Verbindungsaufbaus wichtig.
3.5.1 Automatische Amtsholung
Handbuch
3 Die Gesprächsvermittlung: Call-Routing
Der Einsatz der LANCOM VoIP Router und die Ergänzung um VoIP-Funktionen in Ihrer Telefonstruktur soll das
Telefonverhalten der Anwender möglichst komfortabel unterstützen. Einer der zentralen Aspekte dabei ist die Verwendung
einer „spontanen“ oder „automatischen“ Amtsholung, wie sie auch von üblichen TK-Anlagen bekannt ist.
Die meisten TK-Anlagen sind so eingestellt, dass die Telefonteilnehmer der gewünschten Rufnummer eine „0“
1
voranstellen müssen, um eine Amtsleitung zu bekommen – um also ein Gespräch über ein öffentliches Telefonnetz
führen zu können.
Ohne die vorangestellte „0“ wird die gewählte Rufnummer als interne Rufnummer eines anderen
Nebenstellenanschlusses an der eigenen TK-Anlage gewertet.
Ist für die TK-Anlage die „automatische Amtsholung“ eingerichtet, werden alle gewählten Rufnummern direkt über
1
das öffentliche Telefonnetz geführt. Internes Telefonieren zu anderen Nebenstellen ist in diesem Fall nicht oder nur
durch die Wahl eines besonderen Zeichens vor der Rufnummer möglich.
Mit der Erweiterung der Telefonstruktur um einen LANCOM VoIP Router eröffnen sich zahlreiche neue Möglichkeiten
zum Anschluss von verschiedenen Telefon-Endgeräten. Dazu gehören die evtl. schon vorhandenen analogen oder
ISDN-Telefone (ggf. angeschlossen an eine entsprechende TK-Anlage) oder auch VoIP-Endgeräte wie SIP-Telefone oder
PCs mit VoIP-Software.
Ein LANCOM VoIP Router als neuer und zentraler Baustein der Telefonstruktur übernimmt für die angeschlossenen
Endgeräte einige Aufgaben einer TK-Anlage. Daher können Sie auch die automatische Amtsholung für die am LANCOM
VoIP Router angeschlossenen Endgeräte gezielt für die Gruppen der ISDN- oder SIP-Teilnehmer einstellen und so an das
bisherige Telefonverhalten anpassen.
Wenn die automatische Amtsholung ausgeschaltet ist, müssen die Teilnehmer der gewünschten Rufnummer jeweils
1
eine „0“ voranstellen, um ein Gespräch über ein öffentliches Telefonnetz zu führen.
Alle Anrufe ohne eine vorangestellte „0“ werden als Rufe zu internen Nebenstellen im eigenen Telefonnetz behandelt.
Wenn die automatische Amtsholung eingeschaltet ist, werden alle Rufe zunächst als Gespräch über ein öffentliches
1
Telefonnetz geführt.
Für Anrufe zu internen Gegenstellen wird der Rufnummer in diesem Fall ein spezielles Zeichen oder eine bestimmte
Nummernkombination vorangestellt. In der Standardeinstellung wird mit dem Aktivieren der automatischen Amtsholung
ein Stern * als Erkennungszeichen für eine interne Rufnummer aktiviert. Diese Einstellung können Sie nach Bedarf
an die ggf. bisher verwendeten Erkennungszeichen anpassen.
17
Handbuch
3 Die Gesprächsvermittlung: Call-Routing
Wenn Sie den LANCOM VoIP Router am Nebenstellenanschluss einer TK-Anlage betreiben, empfiehlt es sich,
5
die Amtsholung des Routers der TK-Anlage entsprechend einzustellen, damit das Verhalten aus Benutzersicht
gleich ist.
Beispiel übergeordnete TK-Anlage
Ein LANCOM VoIP Router wird an den Nebenstellenanschluss einer ISDN-TK-Anlage angeschlossen. Im LANCOM VoIP
Router wird die automatische Amtsholung aktiviert, die Einstellungen in der übergeordneten TK-Anlage entscheiden
darüber, ob bei den angeschlossenen ISDN- und SIP-Teilnehmern eine „0“ für die Amtsholung vorgewählt werden muss.
3.5.2 Anwahl von verschiedenen Rufnummernbereichen
Für die Anwahl von Gesprächspartnern stehen Ihnen die folgenden Rufnummernbereiche zur Verfügung:
Interne Rufnummern sind vergleichbar mit den Nebenstellenrufnummern herkömmlicher TK-Anlagen („Durchwahl“).
1
Über diese interne Rufnummer können sich die Teilnehmer direkt ohne den Umweg über ein öffentliches Telefonnetz
erreichen.
Die internen Rufnummern müssen über alle im eigenen Telefonnetz verbundenen Teilnehmer eindeutig sein, d.h.
auch über alle evtl. angeschlossenen TK-Anlagen hinweg!
Die internen Teilnehmer erreichen Sie über die einfache Anwahl der internen Rufnummer, ohne vorangestellte „0“.
Je nach Einstellung der automatischen Amtsholung muss ggf. ein besonderes Wahlzeichen vorangestellt
5
werden.
Über die örtlichen Rufnummern erreichen Sie alle nicht internen Teilnehmer, die sich im gleichen Telefonortsnetz
1
wie der LANCOM VoIP Router befinden, die also die gleiche öffentliche Ortsnetzvorwahl haben wie der Amtsanschluss
für den LANCOM VoIP Router.
Dabei ist in verteilten Standorten über Städte- oder Ländergrenzen hinweg der physikalische Standort des Gerätes
maßgeblich, auch wenn z. B. eine zentrale TK-Anlage an einem anderen Standort vorhanden ist. Für einen LANCOM
VoIP Router in München sind also alle Telefonteilnehmer im Ortsnetz München über örtliche Rufnummern zu erreichen,
selbst wenn eine über VPN angebundene SIP-TK-Anlage in Hamburg erreichbar ist.
Je nach Einstellung der automatischen Amtsholung muss ggf. eine „0“ vorangestellt werden.
5
Die nationalen und internationalen Rufnummern verhalten sich analog zu den örtlichen, auch hier ist der
1
physikalische Standort der Geräte ausschlaggebend für die Zuordnung zu den entsprechenden Vorwahlbereichen.
Ein LANCOM VoIP Router in Österreich gehört also zum nationalen Telefonnetz in Österreich, auch wenn eine
VPN-Anbindung an die SIP-TK-Anlage der Zentrale in Deutschland eingerichtet ist.
18
Je nach Einstellung der automatischen Amtsholung muss ggf. eine „0“ vorangestellt werden.
5
3.5.3 Sonderrufnummern
Bestimmte Sonderrufnummern (Notfallrufnummern, kostenfreie oder besonders kostenintensive Servicerufnummern)
können im Call-Router einer speziellen Behandlung unterworfen werden.
So ist z. B. die Erreichbarkeit von Notfallrufnummern der Polizei oder Feuerwehr immer sicher zu stellen, auch wenn
1
die Telefonteilnehmer einmal nicht das richtige Wählzeichen zur Amtsholung voranstellen.
In der Standardeinstellung sind die Notfallrufnummern „110“ und „112“ daher so eingerichtet, dass sie mit oder
ohne vorangestellte „0“ immer korrekt ausgegeben werden.
Für kostenfreie Rufnummernbereiche wie die „0800“ wird üblicherweise eine Verbindung direkt über ISDN gewählt,
1
weil so die kostenfreie Festnetz-zu-Festnetz-Verbindung genutzt wird.
3.5.4 Wählen über bestimmte Leitungen
Mit dem Einsatz der LANCOM VoIP Router können neben der vorher vorhandenen ISDN-Amtsleitung weitere Leitungen
zum Aufbau von Telefongesprächen definiert werden, z. B. zu einer über VPN angebundenen SIP-TK-Anlage oder zu
einem öffentlichen SIP-Provider über das Internet. Für jeden Verbindungsaufbau entscheidet der Call-Router anhand der
festgelegten Regeln, welche der vorhandenen Leitungen für den Anruf genutzt werden soll.
Alternativ zur automatischen Auswahl durch den Call-Router können Sie einzelne Anrufe gezielt über eine bestimmte
Leitung führen, weil Sie z. B. einen Gesprächspartner bewusst über ISDN und nicht über die SIP-TK-Anlage in der Zentrale
anrufen wollen. Zu diesem Zweck werden den vorhandenen Leitungen im Call-Router spezielle Kennziffern zugeordnet,
z. B. die „98“ für ISDN oder die „97“ für einen SIP-Provider. Der gezielte Anruf über diese Leitung wird dann mit der
entsprechenden Kennung eingeleitet:
Handbuch
3 Die Gesprächsvermittlung: Call-Routing
Der Anruf mit „089 123456“ wird über den Call-Router einer entsprechenden Leitung zugeordnet, z. B. über die
1
SIP-TK-Anlage der Zentrale.
Der Anruf mit „98 089 123456“ wird dagegen vom Call-Router direkt über den ISDN-Anschluss ausgeführt.
1
3.6 Halten, Makeln, Verbinden
LANCOM VoIP Router unterstützen verschiedene Dienstmerkmale, wie sie aus dem ISDN-Netz bekannt sind:
Bei Halten versetzt der Benutzer eine aktive Gesprächsverbindung in einen Wartezustand. In diesem Zustand kann
1
der Benutzer mit seinem Endgerät z. B. eine weitere Verbindung zu einem anderen Gesprächspartner aufbauen.
Beim Makeln schaltet der Benutzer zwischen zwei Gesprächsverbindungen hin und her. Der Benutzer kann dabei
1
jeweils nur mit einem Gesprächspartner sprechen, der andere Gesprächspartner wird im Wartezustand gehalten.
Beim Verbinden schaltet der Benutzer die aktive Gesprächsverbindung und eine im Wartezustand zusammen.
1
Anschließend sind die beiden Gesprächspartner untereinander verbunden, der Benutzer selbst ist nicht mehr Teilnehmer
der Gesprächsverbindung.
Die Dienstmerkmale Halten, Makeln und Verbinden stehen zwischen allen lokalen SIP- und ISDN--Benutzern und den
Teilnehmern an einer übergeordneten SIP-PBX zur Verfügung, können aber immer nur von einem SIP-Teilnehmer eingeleitet
werden.
3.7 Übertragung von DTMF-Tönen
Aus dem ISDN-Telefonnetz ist die Möglichkeit bekannt, mit Hilfe der DTMF-Töne (Dual Tone Multiple Frequency) die
Information zu übertragen, welche Taste am Telefon gedrückt wurde. Mit Hilfe der DTMF-Töne kann der Benutzer des
Telefons z. B. mit Sprachmailboxen und Computer-Telefonie-Systemen kommunizieren.
19
Handbuch
3 Die Gesprächsvermittlung: Call-Routing
In VoIP-Anwendungen müssen spezielle Mechanismen die Funktion der DTMF-Töne übernehmen. Wird z. B. während
eines Anrufes eine Taste an einem VoIP-Telefon oder einem VoIP-Softphone gedrückt, soll die gleiche Aktion ausgelöst
werden wie bei einem Anruf mit einem ISDN-Telefon.
Grundsätzlich können die DTMF-Töne bei VoIP-Anwendungen auf zwei Arten übertragen werden:
In-band bezeichnet die Übertragung der DTMF-Töne im gleichen Datenstrom, in dem auch die Sprachdaten übertragen
1
werden. Dieses Verfahren gilt jedoch als relativ unzuverlässig, da die DTMF-Töne im Audio-Datenstrom leicht mit
den Sprachdaten verwechselt werden können, insbesondere bei komprimierenden Codecs.
Out-of-band bezeichnet die Übertragung der DTMF-Töne parallel zu den eigentlichen Sprachdaten. Zwei Normen
1
werden üblicherweise für die out-of-band-Übertragung verwendet:
SIP INFO (RFC 2976)
2
RC 2833 (RTP Payload for DTMF Digits)
2
Beide Varianten können Informationen z. B. über die gedrückten Tasten, deren Tonfrequenz und die Dauer des
Tastendrucks in den Signalisierungsdatenstrom verpacken. Darüber hinaus können die Ereignisse, die mit den
DTMF-Tönen übertragen werden sollten, auch im Klartext in die SIP-Daten eingetragen werden.
3.7.1 Konfiguration der DTMF-Signalisierung
Bei der Konfiguration der DTMF-Signalisierung konfigurieren Sie unter VoIP-Call-Manager > Codecs, welche Variante
das Gerät zur Übertragung der DTMF-Töne verwenden soll:
20
4 Konfiguration der VoIP-Parameter
4.1 Allgemeine Einstellungen
Die allgemeinen Einstellungen der VoIP-Parameter konfigurieren Sie unter VoIP-Call-Manager > Allgemein.
Handbuch
4 Konfiguration der VoIP-Parameter
Voice-Call-Manager (VCM) aktiviert
Aktiviert bzw. deaktiviert den VoIP-Call-Manager.
Lokale VoIP-Domäne
Name der Domain, in der die angeschlossenen Telefone und der LANCOM Wireless Router betrieben werden.
Endgeräte, die mit der gleichen Domain arbeiten, melden sich als lokale Teilnehmer am LANCOM Wireless
1
Router an und nutzen so den SIP-Proxy.
Endgeräte, die mit der anderen Domain einer aktiven SIP-PBX-Leitung arbeiten, melden sich als Teilnehmer
1
an einer übergeordneten TK-Anlage an.
Für jeden Anruf eine SYSLOG-Nachricht erzeugen
Erzeugt bei jedem Anruf über den LANCOM VoIP Router eine SYSLOG-Nachricht.
Bitte beachten Sie, dass die Nutzung dieser Funktion nur mit den entsprechenden SYSLOG-Einstellungen
5
möglich ist.
Für jeden Anruf eine E-Mail verschicken
Verschickt bei jedem Anruf über den LANCOM VoIP Router eine E-Mail an die angegebene Mail-Adresse.
Bitte beachten Sie, dass die Nutzung dieser Funktion nur mit einem entsprechend eingerichteten
5
SMTP-Konto möglich ist.
21
Handbuch
4 Konfiguration der VoIP-Parameter
4.2 Konfiguration der Leitungen
Die Konfiguration der Leitungsparameter erfolgt unter VoIP-Call-Manager > Leitungen.
4.2.1 SIP-Leitungen
Über diese Leitungen meldet das Gerät sich bei anderen SIP-Gegenstellen (in der Regel SIP-Provider oder als Remote
Gateway bei SIP-TK-Anlagen) an. Die Verbindung erfolgt entweder über das Internet oder einen VPN-Tunnel.
Die Konfiguration erfolgt über VoIP-Call-Manager > Leitungen mit einem Klick auf die Schaltfläche SIP-Leitungen.
22
Auf dem Reiter Allgemein haben Sie die folgenden Konfigurationsmöglichkeiten:
Handbuch
4 Konfiguration der VoIP-Parameter
Eintrag aktiv
Aktiviert bzw. deaktiviert diesen Eintrag.
Modus
Mit dieser Auswahl bestimmen Sie die Betriebsart der SIP-Leitung. Mögliche Werte sind:
Einzel-Account
Verhält sich nach außen wie ein üblicher SIP-Account mit einer einzigen öffentlichen Nummer. Die Nummer
wird beim Serviceprovider registriert und die Registrierung regelmäßig aufgefrischt (wenn eine (Re-)Registrierung
für diese SIP-Provider-Line aktiviert ist). Bei ausgehenden Rufen wird die Nummer des Rufenden (Absender)
durch die registrierte Nummer ersetzt (maskiert). Eingehende Rufe werden der konfigurierten internen
Ziel-Nummer zugestellt. Die maximale Anzahl von gleichzeitigen Verbindungen wird entweder vom Provider
vorgegeben oder von der vorhandenen Bandbreite und den verwendeten Codecs bestimmt.
Trunk
Verhält sich nach außen wie ein erweiterter SIP-Account mit einer Stamm- und mehreren Durchwahlnummern.
Die SIP-ID wird als Stammnummer beim Serviceprovider registriert und die Registrierung regelmäßig aufgefrischt
(wenn eine (Re-)Registrierung für diese SIP-Provider-Line aktiviert ist). Bei ausgehenden Rufen fungiert die
Stammnummer als Präfix, das jeder rufenden Nummer (Absender; SIP: "From:") vorangestellt wird. Bei
eingehenden Rufen wird das Präfix aus der Ziel-Nummer entfernt (SIP: "To:"). Die verbleibende Nummer wird
als interne Durchwahl verwendet. Im Fehlerfall (Präfix nicht auffindbar, Ziel gleich Präfix) wird der Ruf an die
konfigurierte interne Ziel-Nummer geleitet. Die maximale Anzahl der Verbindungen zu einem bestimmten
Zeitpunkt ist nur durch die zur Verfügung stehende Bandbreite begrenzt.
23
Handbuch
4 Konfiguration der VoIP-Parameter
Gateway
Sie verhält sich nach außen wie ein üblicher SIP-Account mit einer einzigen öffentlichen Nummer, der SIP-ID.
Die Nummer (SIP-ID) wird beim Serviceprovider registriert und die Registrierung regelmäßig aufgefrischt
(wenn eine (Re-)Registrierung für diese SIP-Provider-Line aktiviert ist). Bei ausgehenden Rufen wird die Nummer
des Rufenden (Absender) durch die registrierte Nummer (SIP-ID in SIP: "From:") ersetzt (maskiert) und in
einem separaten Feld (SIP: "Contact:") übertragen. Bei eingehenden Rufen wird die gerufene Nummer (Ziel)
nicht modifiziert. Die maximale Anzahl der Verbindungen zu einem bestimmten Zeitpunkt ist nur durch die
zur Verfügung stehende Bandbreite begrenzt.
Link
Verhält sich nach außen wie ein üblicher SIP-Account mit einer einzigen öffentlichen Nummer (SIP-ID). Die
Nummer wird beim Serviceprovider registriert und die Registrierung regelmäßig aufgefrischt (wenn eine
(Re-)Registrierung für diese SIP-Provider-Line aktiviert ist). Bei ausgehenden Rufen wird die Nummer des
Rufenden (Absender; SIP: "From:") nicht modifiziert. Bei eingehenden Rufen wird die gerufene Nummer (Ziel;
SIP: "To:") nicht modifiziert. Die maximale Anzahl der Verbindungen zu einem bestimmten Zeitpunkt ist nur
durch die zur Verfügung stehende Bandbreite begrenzt.
Tabellen für die Rufnummernumsetzungen:
Von der Leitung abgesetzte SIP-NummerAn der Leitung anliegende SIP-NummerEinzel-Account
Beim Provider registrierte Nummer (User-ID)“From:”Ausgehender Ruf
User-ID“To:”Eingehender Ruf
Von der Leitung abgesetzte SIP-NummerAn der Leitung anliegende SIP-NummerTrunk
“To:” als interne DurchwahlStammnummer (User-ID) + “To:”Eingehender Ruf
Von der Leitung abgesetzte SIP-NummerAn der Leitung anliegende SIP-NummerGateway
Beim Provider registrierte Nummer (User-ID)“From:”Ausgehender Ruf
“Contact:”“From:”
“To:”“To:”Eingehender Ruf
Von der Leitung abgesetzte SIP-NummerAn der Leitung anliegende SIP-NummerLink
“From:”“From:”Ausgehender Ruf
“To:”“To:”Eingehender Ruf
Name
Der Name der Leitung. Er darf nicht identisch sein mit einer anderen in dem Gerät konfigurierten Leitung (SIP
oder ISDN).
Kommentar
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Kommentar zu diesem Eintrag.
SIP-Domäne/Realm
SIP-Domäne/Realm der übergeordneten Gegenstelle. Sofern die Gegenstelle DNS-Service Records für SIP
unterstützt, genügt diese Angabe, um Proxy, Outbound-Proxy, Port, Registrar automatisch zu ermitteln - das
ist bei typischen SIP-Provider-Angeboten i.d.R. der Fall.
4 Konfiguration der VoIP-Parameter
Registrar
Der SIP-Registrar ist die Stelle, welche die Anmeldung mit den konfigurierten Authentifizierungsdaten für
diesen Account beim SIP-Provider entgegen nimmt.
Dieses Feld kann frei bleiben, sofern der SIP-Provider keine speziellen Angaben macht. Der Registrar
4
wird dann über DNS-SRV-Anfragen zur konfigurierten SIP-Domäne/Realm ermittelt (bei SIP-Services
im Firmennetz/VPN ist dies oftmals nicht der Fall, d.h., der Wert muss explizit gesetzt werden).
Outbound-Proxy
Der Outbound-Proxy des SIP-Providers nimmt alle vom LANCOM ausgehenden SIP-Signalisierungen einer
Verbindung zu diesem Provider für die Dauer der Verbindung entgegen.
Dieses Feld kann frei bleiben, sofern der SIP-Provider keine speziellen Angaben macht. Der
4
Outbound-Proxy wird dann über DNS-SRV-Anfragen zur konfigurierten SIP-Domäne/Realm ermittelt
(bei SIP-Services im Firmennetz/VPN ist dies oftmals nicht der Fall, d.h., der Wert muss explizit gesetzt
werden).
Port
Dies ist der Port des LANCOM-Proxies zur Kommunikation mit dem Provider.
Handbuch
Wenn die (Re-)Registrierung der Leitung deaktiviert ist, muss der lokale Port fest vorgegeben und als
4
Zielport auch auf der Providerseite eingetragen werden (z. B. bei Nutzung eines registrierungslosen
Trunks im Firmen-VPN), damit sich beide Seiten SIP-Signalisierungen senden können.
Vermitteln beim Provider aktiv
Bei der Rufvermittlung (Verbindung) von zwei entfernten Gesprächsteilnehmern kann die Vermittlung im Gerät
selbst gehalten (Media-Proxy) oder an die Vermittlungsstelle beim Provider übergeben werden, wenn beide
zu verbindende Gesprächsteilnehmer über diese SIP-Provider-Leitung erreicht werden. Dies hat den Vorteil,
dass im LANCOM VoIP Router keine Bandbreite mehr benötigt wird. Andernfalls übernimmt der Media-Proxy
im LANCOM die Vermittlung der Medienströme, z. B. beim Verbinden zwischen zwei SIP-Provider-Leitungen.
Voraussetzung für die Vermittlung beim Provider ist, dass beide Verbindungen über die gleiche
4
Providerleitung aufgebaut wurden.
Eine Übersicht über die wichtigsten SIP-Provider, die diese Funktion unterstützen, finden Sie im
4
Support-Bereich auf der Internet-Seite.
(Re-)Registrierung
Hiermit aktivieren Sie die (wiederholte) Registrierung der SIP-Provider-Leitung. Die Registrierung kann auch
zur Leitungsüberwachung herangezogen werden.
Für die Nutzung der (Re-)Registrierung stellen Sie die Methode der Leitungsüberwachung in der
4
Ansicht Erweitert entsprechend auf "Register" oder "Automatisch". Das Gerät wiederholt die
Registrierung jeweils nach Ablauf des Überwachungsintervalls. Wenn der SIP-Registrar des Providers
ein anderes Intervall vorschlägt, übernimmt das Gerät dieses automatisch.
SIP-ID/Benutzer
Telefonnummer des SIP-Accounts oder Name des Benutzers (SIP-URI).
Bei einem SIP-Trunking-Account wird hier die Stammnummer eingetragen. Bei ankommenden Rufen
4
werden alle über diese Stammnummer hinausgehenden Zeichen als Durchwahl (DDI) erkannt und
nur diese an den Call Router übergeben. Bei abgehenden Rufen wird die vom Call Router empfangene
DDI um die Stammnummer ergänzt. Mit den Zugangsdaten wird die Leitung (Einzel-Account, Trunk,
Link, Gateway) angemeldet, nicht jedoch einzelne lokale Benutzer mit ihren individuellen Anmeldedaten.
Wenn einzelne Benutzer (SIP, ISDN) mit den dort bzw. auf dem Endgerät hinterlegten Daten bei einer
25
Handbuch
4 Konfiguration der VoIP-Parameter
übergeordneten Instanz registriert werden sollen, muss der Leitungstyp SIP-PBX-Leitung gewählt
werden.
Display-Name
Name, der auf dem angerufenen Telefondisplay erscheinen soll.
Dieser Wert sollte im Normalfall nicht gesetzt werden, da bei eingehenden Rufen der SIP-Provider
5
den Display-Namen setzt und bei ausgehenden Rufen der lokale Client bzw. die Rufquelle (ggf.
überschrieben mit den Einstellungen zum Display-Namen des jeweiligen Benutzers). Oftmals werden
hier zusätzliche Informationen übermittelt (z. B. Originalrufnummer bei einer Umleitung etc.), die für
den Angerufenen hilfreich sein können. Im Fall von SIP-Einzel-Accounts verlangen manche Provider
allerdings auch den in den Anmeldedaten vorgegebenen Display-Namen bzw. einen zur SIP-ID
identischen Eintrag (z. B. T-Online). Mit den Zugangsdaten wird die Leitung (Einzel-Account, Trunk,
Link, Gateway) angemeldet, nicht jedoch einzelne lokale Benutzer mit ihren individuellen Anmeldedaten.
Wenn einzelne Benutzer (SIP, ISDN) mit den dort bzw. auf dem Endgerät hinterlegten Daten bei einer
übergeordneten Instanz registriert werden sollen, muss der Leitungstyp SIP-PBX-Leitung gewählt
werden.
Authentifizier.-Name
Name zur Authentifizierung an der übergeordneten SIP-Gegenstelle (Provider/SIP-TK-Anlage).
Mit den Zugangsdaten wird die Leitung (Einzel-Account, Trunk, Link, Gateway) angemeldet, nicht
4
jedoch einzelne lokale Benutzer mit ihren individuellen Anmeldedaten. Wenn einzelne Benutzer (SIP,
ISDN) mit den dort bzw. auf dem Endgerät hinterlegten Daten bei einer übergeordneten Instanz
registriert werden sollen, muss der Leitungstyp SIP-PBX-Leitung gewählt werden.
Passwort
Das Passwort zur Authentifizierung beim SIP-Registrar und SIP-Proxy des Providers. Bei Leitungen ohne
(Re-)Registrierung kann das Passwort unter Umständen entfallen.
Mit den Zugangsdaten wird die Leitung (Einzel-Account, Trunk, Link, Gateway) angemeldet, nicht
4
jedoch einzelne lokale Benutzer mit ihren individuellen Anmeldedaten. Wenn einzelne Benutzer (SIP,
ISDN) mit den dort bzw. auf dem Endgerät hinterlegten Daten bei einer übergeordneten Instanz
registriert werden sollen, muss der Leitungstyp SIP-PBX-Leitung gewählt werden.
SIP-Proxy-Port
Dies ist der Port des Geräte-SIP-Proxy zur Kommunikation mit der Gegenstelle.
Standardmäßig ist hier '0' eingestellt. Dadurch wird der Port dynamisch aus dem Pool der freien Portnummern
gewählt. Der Port kann aber auch im Bereich von 1 bis 65535 fest vorgegeben werden.
Hinweis: Wenn die (Re-)Registrierung der Leitung deaktiviert ist, muss der Proxy-Port fest vorgegeben
4
und als Zielport auch auf der Gegenseite (SIP-PBX oder SIP-Provider) eingetragen werden (z.B. bei
Nutzung eines registrierungslosen Trunks im Firmen-VPN), damit sich beide Seiten SIP-Signalisierungen
senden können.
Routing-Tag
26
Routing-Tag zur Auswahl einer bestimmten Route über die Routing-Tabelle für Verbindungen zu diesem
SIP-Provider.
Anruf-Präfix
Das Anruf-Präfix ist eine Nummer, die das Gerät den Anrufer-Nummern (CLI; SIP "From:") allen ankommenden
Anrufern auf dieser SIP-Leitung voranstellt, um eindeutige Rückruf-Nummern zu erzeugen.
4 Konfiguration der VoIP-Parameter
Beispielsweise ergänzen Sie hier eine Nummer, die der Call-Router bei abgehenden Rufen (dem Rückruf) zur
Leitungsauswahl auswertet und anschließend wieder entfernt.
Interne Ziel-Nummer
Die Wirkung dieses Feldes hängt von der Einstellung des Modus der Leitung ab:
Wenn der Modus der Leitung "Einzel-Account" ist, werden alle über die Leitung eingehenden Rufe mit
1
dieser Nummer als Ruf-Ziel (SIP: "To:") an den Call-Router übergeben.
Wenn der Modus "Trunk" ist, wird die Ziel-Nummer durch Entfernen der für den Trunk definierten
1
Stammnummer ermittelt – falls dabei ein Fehler auftritt, wird der Ruf mit der in diesem Feld eingetragenen
Nummer versehen (SIP: "To:") an den Call-Router übergeben.
Wenn der Modus auf "Gateway" oder "Link" eingestellt ist, hat der Eintrag in diesem Feld keine Wirkung.
1
Codec-Filter
Mit dem Codec-Filter können Sie die erlaubten Codecs einschränken und nur bestimmte Codecs zulassen.
Falls die Schnittmenge an verfügbaren Codecs der beteiligten Endgeräte hier ausgeschaltet wird,
5
kommt keine Verbindung zustande.
Handbuch
Auf dem Reiter Erweitert konfigurieren Sie die Leitungsüberwachung sowie die Rufnummernunterdrückung.
Überwachungsmethode
Spezifiziert die Methode der Leitungsüberwachung. Die Leitungsüberwachung prüft die Verfügbarkeit einer
SIP-Provider-Leitung. Der Status der Überwachung kann im Call Router zum Wechsel auf eine Backup-Leitung
27
Handbuch
4 Konfiguration der VoIP-Parameter
herangezogen werden. Die Überwachungsmethode legt fest, wie der Status geprüft wird. Mögliche Werte
sind:
Automatisch
Die Methode wird automatisch ermittelt.
Deaktiviert
Keine Überwachung. Die Leitung wird stets als verfügbar gemeldet. In dieser Einstellung kann die tatsächliche
Verfügbarkeit der Leitung nicht überwacht werden.
Register
Überwachung mittels Register-Requests während des Registrierungsvorgangs. Für die Nutzung dieser Einstellung
muss für diese Leitung ebenfalls die (Re-)Registrierung aktiviert sein.
Options
Überwachung mittels Options-Requests. Dabei wird wie bei einem Polling regelmäßig eine Anfrage an die
Gegenstelle verschickt, je nach Antwort wird die Leitung als verfügbar oder nicht verfügbar angesehen. Diese
Einstellung eignet sich z. B. für registrierungslose Leitungen.
Überwachungsintervall
Das Intervall der Leitungsüberwachung in Sekunden. Dieser Wert wirkt sich sowohl auf die
Leitungsüberwachung mit Register-Request als auch mit Option-Request aus. Das Überwachungsintervall
muss mindestens 60 Sekunden betragen und legt fest, nach welcher Zeit die Überwachungsmethode erneut
angewendet wird. Wenn die (Re-)Registrierung aktiviert ist, wird das Überwachungsintervall auch als Zeitraum
bis zur nächsten Registrierung verwendet.
Falls die Gegenstelle in der Antwort auf einen Option-Request einen anderen Wert für das
4
Überwachungsintervall vorschlägt, so wird dieser akzeptiert und in der Folgezeit verwendet.
Vertrauenswürdige Leitung
Spezifiziert die Zugehörigkeit der Gegenstelle dieser Leitung (Provider) zur "Trusted-Area". In dieser
vertrauenswürdigen Zone wird die Caller ID als Information über den Gesprächsteilnehmer nicht entfernt,
selbst wenn das durch Einstellungen in der Leitung (CLIR) oder durch das Endgerät gewünscht ist. Bei einer
Verbindung über eine vertrauenswürdige Leitung wird die Caller ID entsprechend der ausgewählten
Privacy-Methode übertragen und erst in der letzten Vermittlungsstelle vor dem entfernten Gesprächsteilnehmer
entfernt. Innerhalb der vertrauenswürdigen Zone kann so z. B. die Caller ID für Abrechnungszwecke ausgewertet
werden. Diese Funktion ist u. a. für Provider interessant, die mit einem VoIP-Router direkt beim Kunden das
von ihnen selbst verwaltete Netzwerk bis zum Anschluss der VoIP-Endgeräte ausdehnen.
Bitte beachten Sie, dass diese Funktion nicht von allen Providern unterstützt wird.
5
Übermittlungsmethode
Spezifiziert die verwendete Methode zur Übermittlung der Caller ID im separaten SIP-Header-Feld. Mögliche
Werte sind:
28
Keine
Ist standardmäßig eingestellt und bedeutet, dass keine Übertragung stattfindet.
Bedeutet Übermittlung konform zu "IETF-Draft-Sip-Privacy-04" mittels RPID (Remote Party ID)
4.2.2 SIP-Mapping
Mit den Einträgen für das SIP-Mapping wird in Form von Regeln eine Rufnummernumsetzung auf SIP-Leitungen im
Trunk- oder Gateway-Modus eingerichtet.
Bei einer SIP-Leitung im Trunk-Modus wird eine Anpassung der intern verwendeten Rufnummern an den
1
Rufnummernkreis des SIP-Accounts vorgenommen.
Bei ankommenden Rufen wird die Zielrufnummer (Called Party ID) verändert. Die interne Nummer wird eingesetzt,
2
wenn die Called Party ID mit der externen Nummer übereinstimmt.
Bei abgehenden Rufen wird die Absenderrufnummer (Calling Party ID) verändert. Die externe Nummer wird
2
eingesetzt, wenn die Calling Party ID mit der internen Nummer übereinstimmt.
4
Handbuch
4 Konfiguration der VoIP-Parameter
Beim SIP-Mapping auf Trunk-Leitungen wird nur die Durchwahl (DDI) umgesetzt. Als Durchwahl werden alle
über die Stammnummer (SIP-ID der SIP-Leitung) hinausgehenden Ziffern gewertet.
Bei einer SIP-Leitung im Gateway-Modus wird eine Anpassung des Rufnummernplans der übergeordneten
1
SIP-TK-Anlage an die internen Nummern des Call-Routers vorgenommen.
Bei ankommenden Rufen (von der SIP-Leitung) wird die Absenderrufnummer (Calling Party ID) verändert. Die
2
interne Nummer wird eingesetzt, wenn die Calling Party ID mit der externen Nummer übereinstimmt.
Bei abgehenden Rufen (zur übergeordeten TK-Anlage) wird die Zielrufnummer (Called Party ID) verändert. Die
2
externe Nummer wird eingesetzt, wenn die Called Party ID mit der internen Nummer übereinstimmt.
29
Handbuch
4 Konfiguration der VoIP-Parameter
Beim SIP-Mapping auf Gateway-Leitungen wird die vollständige Rufnummer umgesetzt. Die Rufnummer an
4
der ISDN-Schnittstelle kann je nach Konfiguration einer weiteren Umsetzung (ISDN-Mapping) unterworfen
sein.
Das SIP-Mapping konfigurieren Sie unter VoIP-Call-Manager > Leitungen mit einem Klick auf die Schaltfläche
SIP-Mapping.
Eintrag aktiv
30
Aktiviert bzw. deaktiviert diesen Eintrag.
Trunk-/Gateway-Name
Name der Leitung, für welche die Rufnummernumsetzung gilt.
Kommentar
Kommentar zu dieser Regel.
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