SE-77 ist eine Weiterentwicklung der SE-76. Die Vorrichtung hat jetzt eine
beweglichen Seite.
Aufstellen der Maschine
Schleifrichtung:
Gegen die Schneide.
Abziehrichtung:
Mit der Schneide.
Konstruktion
Siehe Illustration auf der nächsten Seite. Die Vorrichtung besteht aus einer Basis mit einer
Schließplatte und zwei Arretierungsschrauben für die Fixierung des Werkzeugs. Der Winkel
wird mit der Feinjustiermutter (3) auf der Universalstütze (4) eingestellt. Die SE-77 hat zwei
Sicherheitsanschläge, die während des Schleifens verhindern sollen, dass das Werkzeug vom
Stein abrutscht. Einen inneren Anschlag (1), der je nach Breite des Werkzeugs platziert wird
und einen äußeren festen Anschlag (2), der am Ende der Universalstütze festgeschraubt wird.
Die Vorrichtung richtet das Werkzeug nach seiner oberen planen Seite auf, damit es leichter
wird das Werkzeug korrekt zu montieren (ohne sich zu drehen). Andere Vorrichtungen müssen
manuell aufgerichtet werden.
Die Schließplatte hat in Zentrum eine Erhöhung, die ein Festspannen von kurzen Werkzeugen
mit konischem Übergang zum Heft ermöglicht, wie z.B. Japanische Stemmeisen. Die obere
Seite, die das Werkzeug aufrichtet, ist so konstruiert, dass sie den Druck auf die Kanten
verteilt, damit das Werkzeug ohne ein maximales Anziehen der Schrauben fest eingespannt
werden kann .
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Die Vorrichtung richtet das
Werkzeug nach seiner oberen
planen Seite auf. Mit Hilfe
der Schulter ist es einfach
das Werkzeug korrekt mit 90°
einzuspannen.
Vorbereitungen
Der Druck wird von der Mitte
der Platte auf die Kanten verteilt
und ergibt deswegen eine stabile Montage auch von konischen
Werkzeugen.
SE-77: Die zwei kleineren
Justierschrauben (5) werden
benutzt für feine Justierungen um einen 90° Winkel zu
erreichen, oder wenn Sie eine
leicht konvexe Form möchten.
(Seite 127)
Kontrollieren, ob der Schleifstein eben und plan ist, indem
die Universalstütze auf den
Stein abgesenkt wird.
Falls erforderlich, den Stein mit
dem Dreh- und Abrichtwerkzeug TT-50 abdrehen, so dass
die Oberfläche plan wird und
parallel zur Universalstütze liegt.
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Glätten und Abziehen der Rückseite
Um eine wirklich scharfe und dauerhafte Schneide zu erhalten, müssen die beiden auf einandertreffenden Seiten plan sein und eine feine Oberäche aufweisen. Es reicht nicht aus,
wenn man die Schleiffase perfekt schleift und abzieht, wenn die Rückseite nicht genauso
plan und fein ist. Bei neuen Werkzeugen sind auf der Rückseite oft deutliche Spuren der
Herstellung zu erkennen. Diese müssen abgeschliffen und die Oberäche muss abgezogen
und poliert werden. Diese Arbeit muss nur einmal ausgeführt werden, wenn man ein neues
Werkzeug beginnt zu benutzen. Es ist ein einmaliger Aufwand der für das Qualitätswerkzeug
und die gesamte Lebensdauer ausreicht.
Legen Sie das Werkzeug vorsichtig an die Schleifscheibe. Die
Schneide darf nicht zu erst die Schleifscheibe berühren! Schleifen
Sie die Rückseite des Werkzeuges, indem Sie es flach an die Seite der Schleifscheibe drücken, ansonsten kann die Schneide sich
im Stein verfangen und abgerundet werden. Bewegen Sie das
Werkzeug vor und zurück. Lassen Sie die eine Seite des Werkzeugs auf der Universalstütze ruhen, die sich nahe an der Scheibe
befinden muss. Das Werkzeug muss nicht weiter als
25–30 mm von der Schneide geschlichtet werden.
Ziehen und polieren Sie freihändig auf der Abziehscheibe ab.
Halten Sie das Werkzeug wie eine Tangente zur Abziehscheibe.
SE-77 und SE-76
Ein Werkzeug mit parallelen
Seiten soll am Anschlag anliegen.
Werkzeuge mit nicht parallelen
Seiten, siehe Seite 126.
Montieren Sie das Werktzeug (P) mit 50–75 mm Überstand. Fixieren Sie das Werkzeug in der Vorrichtung indem Sie die bewegliche Schraube ca. 5 mm vom Werkzeug anziehen.
SE-76: Das Werkzeug einspannen
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SE-77: Das Werkzeug einspannen
Die Schließplatte nach der
Dicke des Werkzeugs und
parallel mit der Basis einstellen.
Das Werkzeug mit 50–75 mm
Überstand (P) montieren.
Festziehen, aber nur mit der
Schraube, die dem Werkzeug
am nächsten ist.
Page 4
Einstellen der Sicherheitsanschläge
Die Sicherheitsanschläge garantieren die Sicherheit wenn man die gesamte Scheibenbreite
anwendet und sollten benutzt werden beim Schärfen von Hobeleisen da sie teilweise ausserhalb der Scheibe bewegt werden. Der innere verstellbare Anschlag (A) wird entfernt beim
Schleifen von mehr als 60 mm breiten Klingen.
Den inneren verstellbaren Anschlag (A) so anbringen, dass das
Werkzeug etwa 6 mm auf der Scheibe liegt. Montieren Sie dann
den äußeren Anschlag (B), der fest und von Wergzeugbreite
unabhängig ist.
Führen Sie das Werkzeug zwischen den beiden Anschlägen
ständig hin und her. Längere
Zeit auf den Seiten schleifen.
Einstellung der Schneidenwinkel
Die Höhe der Universalstütze bestimmt den Schneidenwinkel. Sie kann auf zwei Arten eingestellt werden. Entweder wiederholen Sie die vorhandenen Winkel und benutzen die Einfärbemethode oder Sie schleifen einen neuen Winkel und benutzen die Winkellehre WM-200.
Schleifen eines vorhandenen Schneidenwinkels
Die Schleiffase mit einem Filzschreiber einfärben. Drehen Sie die Scheibe von Hand. Justieren Sie
die Höhe der Universalstütze mit der Feinjustierung, bis die Scheibe auf die ganze Schleiffase von
hinten bis vorne trifft.
Schleifen eines neuen Schneidenwinkels
Stellen Sie die Winkellehre
WM-200 nach dem Scheibendurchmesser ein.
Die Höhe der Universalstütze
mit der Feinjustierung einstellen.
Wenn die Basis des Zeigers auf
dem Werkzeug anliegt und die
Ecke (a) die Scheibe berührt,
ist der Winkel eingestellt.
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Page 5
Schleifen
Versetzen Sie das Werkzeug, damit die ganze Breite der Schleifscheibe ausgenutzt wird. Lassen Sie es höchstens ca. 2 mm
außerhalb der Schleifscheibe kommen. Ein fester Schleifdruck
ergibt einen schnelleren Schleifvorgang. Den Druck am Ende des
Schleifens verringern; dann erhalten Sie eine feinere Schleiffläche.
Schleifen Sie, bis ein Grat über
die ganze Länge der Schneide
entsteht.
Wichtig! Sie beeinflussen mit Ihren Händen – Schleifdruck und Schleifzeit – wo
das Schleifen geschieht. Kontrolliere oft die Form und schleife da wo es nötig ist.
Japanische Stemmeisen
Diese haben eine andere Form als die Europäischen. Die
Oberäche ist nicht bearbeitet. Die Seiten sind normalerweise nicht parallel und die Klinge ist kürzer. Das bedeutet,
dass sie mit Hilfe des Anschlags in der Vorrichtung nicht
genau in einem Winkel von 90° montiert werden können.
Die Schließplatte ist deshalb so konstruiert, dass auch
Werkzeuge mit konischen Hälsen fest eingespannt werden
können. (Siehe Seite 123.)
Seien Sie vorsichtig beim Schleifen von Japanischen Stemmeisen! Im Gegensatz zu herkömmlichen Stemmeisen gibt es nicht so viel Stahl als „Reserve“ zum Schleifen und deswegen sollten Sie bei der Einstellung sorgfältig sein, damit wenigst möglich von dem wertvollen
Stahl weggeschliffen wird. Die Spiegelseite hat einen Hohlschliff, der nach jedem Schleifen
näher an die Schneide herankommt. Nach einigen Schleifvorgängen kann es sein, dass die
Spiegelseite plan abgerichtet werden muss, damit sie nicht die Schneide erreicht. Benutzen
Sie dazu die Seite der Schleifscheibe.
Zeichnen Sie eine Linie entlang
der Universalstütze.
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Richten Sie das Werkzeug
mit Hilfe der Linie auf.
Richten Sie bei Bedarf die
Spiegelseite auf dem Stein plan.
Page 6
Faktoren die das Resultat beinflussen
Eine Schleifvorrichtung ergibt einen konstanten Schneidenwinkel. Man kann erwarten, dass sie automatisch genau
90° schleift und eine 100 % gerade Schneide schafft. Das
ist nicht der Fall, wenn Sie ein breites Werkzeug wie ein
Hobeleisen schleifen, wobei zwei Faktoren das Ergebnis
beeinussen.
Welche Form das Werkzeug erhält, ist abhängig davon,
welchen Druck Sie auf den jeweiligen Punkt des Werkzeugs ausüben, d.h. auf den rechten
oder den linken Teil. Außerdem wird die Form dadurch beeinusst, wie lange Sie auf der
einen oder anderen Seite schleifen.
Wenn Sie gleich fest auf die linke sowie die rechte Seite drücken und das Werkzeug quer über
den Stein führen, entsteht statt einer geraden Schneide eine konkave. Dies kommt daher,
dass die Mitte des Werkzeugs eine längere Zeit als die Seiten geschliffen wird. Durch mehr
Schleifen auf den Seiten können Sie diese Einwirkung kompensieren.
Konvexe Form
Die meisten Stemmeisen sollten eine leicht konvexe Form
haben. Der Grad der Konvexität hängt von der Art des Hobels ab und ist etwa gleich wie die Stärke der Späne, die
der Hobel abnimmt. Die Konvexität (c) variiert zwischen 0,8
mm bis runter auf 0,05 mm.
Die Konvexität wird erzielt, indem Sie fester auf die Seiten
Druck ausüben. Wenn Sie das Eisen mit einem längeren
Überstand montieren, geht dies leichter, da die meisten Hobeleisen nicht gänzlich steif sind.
Auf einem starken und steifen Eisen erzielen Sie die konvexe Form einfach durch ein längeres
Schleifen auf den Seiten.
SE-77 Justierschrauben
Für Werkzeuge mit einer grösseren Konvexität können sie die Justierschrauben verwenden, siehe unten. Für weitere Konvexität, benutzen Sie die Schleifstütze SVD-110.
Zentrieren Sie das Werkzeug unter dem Drehpunkt der Vorrichtung, markiert mit einer Linie. Stellen Sie sicher dass das Werkzeug rechtwinkelig montiert wird, mit Hilfe einer gezeichneten
Linie entlang der Universalstütze (Seite 126).
Lösen gleichmässig die Justierschrauben A und B. Die Seite
beginnt zu pendeln. Je mehr
Sie die Schrauben lösen, desto
stärker wird die Pendelbewegung, welche die Konvexität
verstärkt.
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Page 7
SE-77 Feinjustierung
Die Justierungsschrauben
geben eine bewegliche Seite
welche eine Feinjustierung
erlauben. Sie können Diese
anwenden wenn Sie keinen 90°
Winkel erzielen.
Wenn sich die Linien treffen ist
die Vorrichtung in der neutralen
Ausgangslage.
Um den Schleifdruck auf der
rechten Seite zu erhöhen, lösen
Sie A und ziehen Sie B an.
Machen Sie das Gleiche entgegengesetzt um den Schleifdruck
auf der linken Seite zu erhöhen.
Justieren Sie ca. ¼ Drehung bis
Sie das erwünschte Resultat
erhalten.
Feinere Oberfläche mit dem Steinpräparierer
Das Werkzeug erhält eine feinere Oberäche, wenn Sie den Tormek Originalschleifstein mit
dem Steinpräparierer SP-650 justieren. Durch Drücken mit der feinen Seite des Steinpräparieres auf den Schleifstein, verändert sich der Charakter des Schleifsteins und schleift
wie ein Stein mit Körnung 1000. Wenn Sie einen vorhandenen Schliff wiederholen, können
Sie direkt mit diesem Charakter des Schleifsteins anfangen.
Den Steinpräparierer mit der
feinen Seite 45–60 Sekunden
gegen den Schleifstein drücken.
Drücken Sie relativ hart.
Mit gleicher Einstellung 30–45
Sekunden Feinschleifen. Nicht
zuhart drücken.
Abziehen auf der Lederabziehscheibe
Drehen Sie die Maschine, um damit die Rotation der Abziehscheibe weg von Ihnen weg verläuft und versetzen Sie
die Universalstütze zur Abziehscheibe hin. Die Vorrichtung
gibt Ihnen auch beim Abziehen volle Kontrolle. Sie können
deshalb mit hohem Druck abziehen, ohne zu riskieren,
dass die Spitze der Schneide abgerundet wird. Stellen Sie
den Abziehwinkel genau so groß wie den Schleifwinkel ein.
Benutzen Sie die Einfärbemethode oder den Winkellehre
WM-200 zur Einstellung, siehe Seite 125. Wichtig! – ändern Sie die Einstellung des WM-200
auf ∅ 220 mm. Die Spiegelseite wird ohne Vorrichtung abgezogen.
Die Sicherheitsanschläge werden beim Abziehen nicht benutzt. Achten Sie deshalb darauf,
dass Sie das Werkzeug nicht zu weit seitlich führen. Ein Teil des Werkzeugs muss immer mit
der Abzieh scheibe in Kontakt sein.
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Page 8
Ziehen Sie die Spiegelseite
freihändig ab. Halten Sie das
Werkzeug wie eine Tangente
zur Abziehscheibe.
Das Werkzeug nicht in steilerem
Winkel als die Tangente halten,
sonst wird die Spitze abgerundet.
Zusätzliche Schleiffase?
Manche empfehlen eine zusätzliche Schleiffase bei Hobeleisen und Stechbeiteln. Der Grund
dafür ist, dass schneller abgezogen werden kann, da man nicht die ganze Schleiffase abziehen muss, sondern nur die kleinere Fase an der Spitze.
Bei Stechbeiteln ist eine zusätzliche Schleiffase von Nachteil, da man die längere, ursprüngliche Schleiffase nicht als Stütze bei der Arbeit verwenden kann.
Da das Schleifen und Abziehen der gesamten Schleiffase mit der Tormek-Methode leicht und
schnell ist, gibt es keinen Bedarf einer zusätzlichen Schleiffase. Mit einer einzelnen Schleiffase
kann man genau den Winkel einstellen, den man haben will, und diesen bei jedem Schleifen
und Abziehen einfach beibehalten.
Länge des Halts bei
einfacher Schleiffase.
Schneidenwinkel
Hobeleisen, Stechbeitel und Schabhobelklingen werden
normalerweise mit einem Schneidenwinkel (α) von 25°
geschliffen. Wenn Sie mit feinen Details mit einem Stechbeitel in weichem Holz arbeiten, kann der Schneidenwinkel
auf 20° verringert werden. Arbeiten Sie mit Hartholz und
verwenden Sie einen Klöpfel, muss der Schneidenwinkel
auf 30° vergrössert werden.
Verringerter Halt mit
zusätzlicher Schleiffase
bei einem Stechbeitel.
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