Siemens Simovert Masterdrives Operating Instructions Manual

Betriebsanleitung / Operating Instructions Ausgabe/Edition: AE
simovert
masterdrives
Motion Control Frequenzumrichter (AC-AC) Bauform Kompakt A-D Frequency Converter (AC-AC) Compact Type A-D
Siemens Controls
08.2009 Allgemeines
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 0-1
Inhaltsverzeichnis
1
DEFINITIONEN UND WARNUNGEN..............................................................1-1
2 BESCHREIBUNG............................................................................................. 2-1
3 TRANSPORTIEREN, LAGERN, AUSPACKEN..............................................3-1
4 ERSTINBETRIEBSETZUNG............................................................................4-1
5 MONTAGE .......................................................................................................5-1
5.1 Montage der Geräte..........................................................................................5-1
5.2 Montage von Optionsbaugruppen....................................................................5-4
6 EMV-GERECHTER AUFBAU..........................................................................6-1
7 ANSCHLIEßEN................................................................................................7-1
7.1 Leistungsanschlüsse ........................................................................................ 7-4
7.2 Steueranschlüsse.............................................................................................7-8
7.2.1 Klemmleiste X9 (nur für Geräte mit Bemessungseingangsspannung
3AC 380 – 480 V mit Option "Sicherer Halt").................................................7-12
7.3 Einstellen des Lüftertrafos..............................................................................7-16
7.4 Lüftersicherungen........................................................................................... 7-17
8 PARAMETRIERUNG ....................................................................................... 8-1
8.1 Parametermenüs..............................................................................................8-1
8.2 Änderbarkeit von Parametern........................................................................... 8-5
8.3 Parametereingabe über PMU...........................................................................8-6
8.4 Parametereingabe über OP1S.......................................................................8-10
8.5 Parametereingabe über DriveMonitor ............................................................8-14
8.5.1 Installation und Verbindung............................................................................8-14
8.5.1.1 Installation.......................................................................................................8-14
8.5.1.2 Verbindung .....................................................................................................8-14
Siemens Controls
Allgemeines 08.2009
6SE7087-6JD50 Siemens AG
0-2 Betriebsanleitung SIMOVERT MASTERDRIVES
8.5.2
Verbindungsaufbau DriveMonitor – Gerät......................................................8-15
8.5.2.1 USS-Schnittstelle einstellen ...........................................................................8-15
8.5.2.2 USS-Busscan starten ..................................................................................... 8-17
8.5.2.3 Parametersatz anlegen...................................................................................8-18
8.5.3 Parametrierung............................................................................................... 8-20
8.5.3.1 Aufbau der Parameterlisten, Parametrierung über DriveMonitor................... 8-20
8.5.3.2 Übersichtsdiagnose........................................................................................8-25
8.6 Parameter-Reset auf Werkseinstellung..........................................................8-26
8.7 Parametrieren durch Download......................................................................8-27
8.8 Parametrieren mit Parametermodulen ...........................................................8-28
8.9 Motorenlisten..................................................................................................8-41
8.10 Motoridentifikation...........................................................................................8-52
8.11 Vollständige Parametrierung ..........................................................................8-52
9 WARTUNG.......................................................................................................9-1
9.1 Austausch des Lüfters......................................................................................9-2
9.2 Austausch der PMU..........................................................................................9-4
10 FORMIEREN..................................................................................................10-1
11 TECHNISCHE DATEN................................................................................... 11-1
11.1 Hinweise zu wassergekühlten Geräten..........................................................11-8
11.1.1 Installations- und Bauteilhinweise .................................................................. 11-9
11.1.2 Einsatzbereich..............................................................................................11-11
11.1.3 Kühlmittel......................................................................................................11-13
11.1.3.1 Kühlwasserdefinition.....................................................................................11-13
11.1.3.2 Frostschutzmittelzusatz................................................................................11-14
11.1.3.3 Korrosionsschutzmittel..................................................................................11-16
11.1.4 Betauungsschutz..........................................................................................11-17
11.1.5 Hinweise zu Materialien................................................................................11-18
12 STÖRUNGEN UND WARNUNGEN...............................................................12-1
12.1 Störungen.......................................................................................................12-1
12.2 Warnungen...................................................................................................12-14
12.3 Fatale Fehler (FF).........................................................................................12-38
13 UMWELTVERTRÄGLICHKEIT...................................................................... 13-1
08.2009 Definitionen und Warnungen
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 1-1
1 Definitionen und Warnungen
im Sinne der Dokumentation bzw. der Warnhinweise auf dem Produkt selbst sind Personen, die mit Aufstellung, Montage, Inbetriebsetzung, Betrieb und Instandhaltung des Produktes vertraut sind und über die ihrer Tätigkeit entsprechenden Qualifikationen verfügen, z. B.:
Ausbildung oder Unterweisung bzw. Berechtigung, Stromkreise und
Geräte gemäß den Standards der Sicherheitstechnik ein- und auszuschalten, zu erden und zu kennzeichnen.
Ausbildung oder Unterweisung gemäß den Standards der
Sicherheitstechnik in Pflege und Gebrauch angemessener Sicherheitsausrüstung.
Schulung in Erster Hilfe.
bedeutet, dass Tod, schwere Körperverletzung oder erheblicher Sachschaden eintreten werden, wenn die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.
bedeutet, dass Tod, schwere Körperverletzung oder erheblicher Sachschaden eintreten können, wenn die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.
mit Warndreieck bedeutet, dass eine leichte Körperverletzung eintreten kann, wenn die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.
ohne Warndreieck bedeutet, dass ein Sachschaden eintreten kann, wenn die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.
bedeutet, dass ein unerwünschtes Ergebnis oder Zustand eintreten kann, wenn der entsprechende Hinweis nicht beachtet wird.
im Sinne der Dokumentation ist eine wichtige Information über das Produkt oder den jeweiligen Teil der Dokumentation, auf die besonders aufmerksam gemacht werden soll.
Qualifiziertes Personal
GEFAHR
WARNUNG
VORSICHT
VORSICHT
ACHTUNG
HINWEIS
Siemens Controls
Definitionen und Warnungen 08.2009
6SE7087-6JD50 Siemens AG
1-2 Betriebsanleitung SIMOVERT MASTERDRIVES
Beim Betrieb elektrischer Geräte stehen zwangsläufig bestimmte Teile dieser Geräte unter gefährlicher Spannung.
Bei Nichtbeachtung der Warnhinweise können deshalb schwere Körperverletzungen oder Sachschäden auftreten.
Nur entsprechend qualifiziertes Personal darf an diesem Gerät arbeiten.
Dieses Personal muss gründlich mit allen Warnungen und Instand­haltungsmaßnahmen gemäß dieser Dokumentation vertraut sein.
Der einwandfreie und sichere Betrieb dieses Gerätes setzt sachgemäßen Transport, fachgerechte Lagerung, Montage und Installation sowie sorgfältige Bedienung und Instandhaltung voraus.
Diese Dokumentation enthält aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht sämtliche Detailinformationen zu allen Typen des Produktes und kann auch nicht jeden denkbaren Fall der Aufstellung, des Betriebes oder der Instandhaltung berücksichtigen.
Sollten Sie weitere Informationen wünschen oder sollten besondere Probleme auftreten, die in der Dokumentation nicht ausführlich genug behandelt werden, können Sie die erforderliche Auskunft über die örtliche SIEMENS-Niederlassung anfordern.
Außerdem weisen wir darauf hin, dass der Inhalt der Dokumentation nicht Teil einer früheren oder bestehenden Vereinbarung, Zusage oder eines Rechtsverhältnisses ist oder dieses abändern soll. Sämtliche Verpflichtungen der SIEMENS AG ergeben sich aus dem jeweiligen Kaufvertrag, der auch die vollständige und alleingültige Gewährleistungsregelung enthält. Diese vertraglichen Gewährleistungsbestimmungen werden durch die Ausführungen dieser Dokumentation weder erweitert noch beschränkt.
Bestimmungsgemäßer Gebrauch von Siemens-Produkten Siemens-Produkte dürfen nur für die im Katalog und in der zugehörigen
technischen Dokumentation vorgesehenen Einsatzfälle verwendet werden. Falls Fremdprodukte und -komponenten zum Einsatz kommen, müssen diese von Siemens empfohlen bzw. zugelassen sein. Der einwandfreie und sichere Betrieb der Produkte setzt sachgemäßen Transport, sachgemäße Lagerung, Aufstellung, Montage, Installation, Inbetriebnahme, Bedienung und Instandhaltung voraus. Die zulässigen Umgebungsbedingungen müssen eingehalten werden. Hinweise in den zugehörigen Dokumentationen müssen beachtet werden.
WARNUNG
HINWEIS
WARNUNG
08.2009 Definitionen und Warnungen
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 1-3
Elektrostatisch gefährdete Bauelemente (EGB) Die Baugruppe enthält elektrostatisch gefährdete Bauteile. Diese
Bauelemente können durch unsachgemäße Behandlung sehr leicht zerstört werden. Wenn Sie dennoch mit elektronischen Baugruppen arbeiten müssen, beachten Sie bitte folgende Hinweise:
Elektronische Baugruppen sollten nur berührt werden, wenn es wegen daran vorzunehmender Arbeiten unvermeidbar ist.
Wenn Baugruppen dennoch berührt werden müssen, muss der eigene Körper unmittelbar vorher entladen werden.
Baugruppen dürfen nicht mit hochisolierenden Stoffen z. B. Kunststoffteilen, isolierenden Tischplatten, Bekleidungsteilen aus Kunstfaser in Berührung gebracht werden.
Baugruppen dürfen nur auf leitfähigen Unterlagen abgelegt werden. Baugruppen und Bauelemente dürfen nur in leitfähiger Verpackung
(z. B. metallisierten Kunststoff- oder Metallbehältern) aufbewahrt oder versandt werden.
Soweit Verpackungen nicht leitend sind, müssen Baugruppen vor dem Verpacken leitend verhüllt werden. Hier kann z. B. leitender Schaumstoff oder Haushalts-Alufolie verwendet werden.
Die notwendigen EGB-Schutzmaßnahmen sind im folgenden Bild noch einmal verdeutlicht:
a = leitfähiger Fußboden b = EGB-Tisch c = EGB-Schuhe d = EGB-Mantel e = EGB-Armband f = Erdungsanschluss der Schränke
StehplatzSitzplatz Steh- / Sitzplatz
a
b
e
d
c
d
a
c
d
b
c
a
e
f
f
f f f
Bild 1-1 EGB-Schutzmaßnahmen
VORSICHT
Siemens Controls
Definitionen und Warnungen 08.2009
6SE7087-6JD50 Siemens AG
1-4 Betriebsanleitung SIMOVERT MASTERDRIVES
Sicherheits- und Anwendungshinweise
für Antriebsstromrichter
(gemäß: Niederspannungsrichtlinie 73/23/EWG)
1. Allgemein
Während des Betriebes können Antriebsstromrichter ih­rer Schutzart entsprechend spannungsführende, blanke, gegebenenfalls auch bewegliche oder rotierende Teile sowie heiße Oberflächen besitzen.
Bei unzulässigem Entfernen der erforderlichen Abde­ckung, bei unsachgemäßem Einsatz, bei falscher Instal­lation oder Bedienung, besteht die Gefahr von schweren Personen- oder Sachschäden.
Weitere Informationen sind der Dokumentation zu ent­nehmen.
Alle Arbeiten zum Transport, zur Installation und Inbe­triebnahme sowie zur Instandhaltung sind von qualifi- ziertem Fachpersonal auszuführen (IEC 60364 bzw. CENELEC HD 384 oder DIN VDE 0100 und IEC 60664 oder DIN VDE0110 und nationale Unfallverhütungsvor­schriften beachten).
Qualifiziertes Fachpersonal im Sinne dieser grundsätzli­chen Sicherheitshinweise sind Personen, die mit Auf­stellung, Montage, Inbetriebsetzung und Betrieb des Produktes vertraut sind und über die ihrer Tätigkeit ent­sprechenden Qualifikationen verfügen.
2. Bestimmungsgemäße Verwendung
Antriebsstromrichter sind Komponenten, die zum Einbau in elektrische Anlagen oder Maschinen bestimmt sind.
Bei Einbau in Maschinen ist die Inbetriebnahme der An­triebsstromrichter (d.h. die Aufnahme des bestimmungs­gemäßen Betriebes) solange untersagt, bis festgestellt wurde, dass die Maschine den Bestimmungen der EG­Richtlinie 98/37/EG (Maschinenrichtlinie) entspricht; EN 60204 ist zu beachten.
Die Inbetriebnahme (d.h. die Aufnahme des bestim­mungsgemäßen Betriebes) ist nur bei Einhaltung der EMV-Richtlinie (89/336/EWG) erlaubt.
Die Antriebsstromrichter erfüllen die Anforderungen der Niederspannungsrichtlinie 73/23/EWG. Die harmonisier­ten Normen der Reihe EN 50178 / DIN VDE 0160 in Verbindung mit EN 60439-1 / DIN VDE 0660 Teil 500 und EN 60146 / VDE 0558 werden für die Antriebsstrom­richter angewendet.
Die technischen Daten sowie die Angaben zu An­schlussbedingungen sind dem Leistungsschild und der Dokumentation zu entnehmen und unbedingt einzuhal­ten.
3. Transport, Einlagerung
Die Hinweise für Transport, Lagerung und sachgemäße Handhabung sind zu beachten.
Klimatische Bedingungen sind entsprechend EN 50178 einzuhalten.
4. Aufstellung
Die Aufstellung und Kühlung der Geräte muss entspre­chend den Vorschriften der zugehörigen Dokumentation erfolgen.
Die Antriebsstromrichter sind vor unzulässiger Bean­spruchung zu schützen. Insbesondere dürfen bei Trans­port und Handhabung keine Bauelemente verbogen und/oder Isolationsabstände verändert werden. Die Be­rührung elektronischer Bauelemente und Kontakte ist zu vermeiden.
Antriebsstromrichter enthalten elektrostatisch gefährdete Bauelemente, die leicht durch unsachgemäße Behand­lung beschädigt werden können. Elektrische Kompo­nenten dürfen nicht mechanisch beschädigt oder zerstört werden (unter Umständen Gesundheitsgefährdung!).
5. Elektrischer Anschluss
Bei Arbeiten an unter Spannung stehenden Antriebs­stromrichtern sind die geltenden nationalen Unfallverhü­tungsvorschriften (z. B. BGV A3) zu beachten.
Die elektrische Installation ist nach den einschlägigen Vorschriften durchzuführen (z. B. Leitungsquerschnitte, Absicherungen, Schutzleiteranbindung). Darüber hinaus­gehende Hinweise sind in der Dokumentation enthalten.
Hinweise für die EMV-gerechte Installation - wie Schir­mung, Erdung, Anordnung von Filtern und Verlegung der Leitungen - befinden sich in der Dokumentation der An­triebsstromrichter. Diese Hinweise sind auch bei CE-ge­kennzeichneten Antriebsstromrichtern stets zu beachten. Die Einhaltung der durch die EMV-Gesetzgebung gefor­derten Grenzwerte liegt in der Verantwortung des Her­stellers der Anlage oder Maschine.
6. Betrieb
Anlagen, in die Antriebsstromrichter eingebaut sind, müssen ggf. mit zusätzlichen Überwachungs- und Schutzeinrichtungen gemäß den jeweils gültigen Sicher­heitsbestimmungen, z. B. Gesetz über technische Ar­beitsmittel, Unfallverhütungsvorschriften usw. ausgerüs­tet werden. Veränderungen der Antriebsstromrichter mit der Bediensoftware sind gestattet.
Nach dem Trennen der Antriebsstromrichter von der Versorgungsspannung dürfen spannungsführende Ge­räteteile und Leistungsanschlüsse wegen möglicher­weise aufgeladener Kondensatoren nicht sofort berührt werden. Hierzu sind die entsprechenden Hinweisschilder auf dem Antriebsstromrichter zu beachten.
Während des Betriebes sind alle Abdeckungen und Tü­ren geschlossen zu halten.
7. Wartung und Instandhaltung
Die Dokumentation des Herstellers ist zu beachten. Diese Sicherheitshinweise sind aufzubewahren!
08.2009 Definitionen und Warnungen
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 1-5
Restrisiken von Power Drive Systems (PDS)
Die Komponenten für Steuerung und Antrieb eines Power Drive Systems (PDS) sind für den industriellen und gewerblichen Einsatz in Industrienetzen zugela ssen. Der Einsatz in öffentlichen Netzen erfordert eine andere Projektierung und / oder zusätzliche Maßnahmen.
Der Betrieb dieser Komponenten ist nur in geschlossenen Gehäusen oder in übergeordneten Schaltschränken und Anwendung sämtlicher Schutzeinrichtungen und Schutzabdeckungen zulässig.
Der Umgang mit diesen Komponenten ist nur qualifiziertem und eingewiesenem Fachpersonal gestattet, das alle Sicherheitshinweise auf den Komponenten und in der zugehörenden Technischen Anwenderdokumentation ke nnt und einhält.
Der Maschinenhersteller muss bei der gemäß EG-Maschinenrichtlinie durchzuführenden Beurteilung des Risikos seiner Maschine folgende von den Komponenten für Steuerung und Antrieb eines Power Drive Systems (PDS) ausgehende Restrisike n berücksichtigen.
1. Ungewollte Bewegungen angetriebener Maschinenteile bei Inbetriebnahme, Betrieb, Instandhaltung und Reparatur z. B. durch
HW- und / oder SW- Fehler in Sensorik, Steuerung, Aktorik und Verbindungstechnik
Reaktionszeiten der Steuerung und des Antriebs
Betrieb und / oder Umgebungsbedingungen außerhalb der Spezifikation
Fehler bei der Parametrierung, Programmierung, Verdrahtung und Montage
Benutzung von Funkgeräten / Mobiltelefonen in unmittelbarer Nähe der Steuerung
Fremdeinwirkungen / Beschädigungen.
2. Außergewöhnliche Temperaturen sowie Emissionen von Licht, Geräuschen, Partikeln und Gasen z. B. durch
Bauelementeversagen
Software-Fehler
Betrieb und / oder Umgebungsbedingungen außerhalb der Spezifikation
Fremdeinwirkungen / Beschädigungen.
3. Gefährliche Berührspannungen z. B. durch
Bauelementeversagen
Influenz bei elektrostatischen Aufladungen
Induktion von Spannungen bei bewegten Motoren
Betrieb und / oder Umgebungsbedingungen außerhalb der Spezifikation
Betauung / leitfähige Verschmutzung
Fremdeinwirkungen / Beschädigungen.
4. Betriebsmäßige elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder, die z. B. für Träger von Herzschrittmachern, Implantaten oder metallischen Gegenständen bei unzureichendem Abstand gefährlich sein können.
5. Freisetzung umweltbelastender Stoffe und Emissionen bei unsachgemäßem Betrieb und / oder bei unsachgemäßer Entsorgung von Komponenten.
Weitergehende Informationen zu Restrisiken, die von den Komponenten des PDS ausgehen, finden Sie in den zutreffenden Kapiteln der Technischen Anwenderdokumentation.
GEFAHR
Siemens Controls
Definitionen und Warnungen 08.2009
6SE7087-6JD50 Siemens AG
1-6 Betriebsanleitung SIMOVERT MASTERDRIVES
Durch betriebsmäßig auftretende elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder (EMF) kann für Personen, die sich in unmittelbarer Nähe des Produktes aufhalten insbesondere für Personen mit Herzschrittmachern, Implantaten o. ä. eine Gefährdung auftreten.
Vom Maschinen-/Anlagenbetreiber und von Personen, die sich in der Nähe des Produkts aufhalten, sind die einschlägigen Richtlinien und Normen zu beachten! Dies sind beispielsweise im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) die EMF-Richtlinie 2004/40/EG, die Normen EN 12198-1 bis -3 sowie in der Bundesrepublik Deutschland die Berufsgenossenschaftliche Unfallverhütungsvorschrift BGV 11 mit zugehöriger Regel BGR 11 "Elektromagnetische Felder".
Danach ist eine Gefährdungsanalyse jedes Arbeitsplatzes durchzuführen, Maßnahmen zur Reduzierung der Gefahren und Belastungen für Personen abzuleiten und anzuwenden sowie Expositions- und Gefahrenbereiche festzulegen und zu beachten.
Diesbezügliche Sicherheitshinweise in den Kapiteln Lagerung, Transport, Montage, Inbetriebnahme, Betrieb, Instandhaltung, Demontage und Entsorgung sind ebenfalls zu beachten.
GEFAHR
08.2009 Beschreibung
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 2-1
2 Beschreibung
Der Frequenzumrichter ist ein Gerät der Leistungselektronik für die Speisung von Drehstromantrieben im Leistungsbereich von 2,2 kW bis 37 kW.
Das Gerät kann an einem Drehstromnetz mit einer Frequenz von 50/60 Hz und einer Spannung im Bereich der auf dem Typenschild angegeben Werte (380...480 V) betrieben werden.
Der Drehstrom aus dem Netz wird gleichgerichtet, geglättet und auf den Kondensator-Zwischenkreis gespeist.
Mit dem Wechselrichter wird aus dem Gleichstrom mit dem Verfahren der Pulsbreitenmodulation (PWM) eine variable Ausgangsfrequenz zwischen 0 Hz und maximal 600 Hz erzeugt.
Die Versorgung der internen DC24 V Spannung erfolgt durch ein eingebautes Netzteil aus dem Zwischenkreis.
Die Steuerung des Gerätes wird von der internen Regelelektronik übernommen, die Funktionen werden von der Gerätesoftware bereitgestellt.
Die Bedienung kann über das Gerätebedienfeld PMU, das Komfortbedienfeld OP1S, die Klemmenleiste oder über die seriellen Schnittstellen des Bussystems erfolgen. Zu diesem Zweck besitzt das Gerät eine Reihe von Schnittstellen und sechs Steckplätze für den Einsatz von Optionsbaugruppen.
Als Motorgeber können Impulsgeber und Analogtachos eingesetzt werden.
Motor­anschluss
U2/T1 V2/T2 W2/T3 PE2
Regelelektronik
serielle Schnittstelle
Klemmenleiste
Options-
baugruppen
Zwischen-
kreis
U1/L1 V1/L2 W1/L3 PE
C / L+ D / L ­PE1
PMU
WechselrichterVorladungGleichrichter
interne Strom-
ver-
sorgung
24 V
==
==
Bild 2-1 Schaltungsprinzip des Frequenzumrichters
Anwendungsbereich
Siemens Controls
08.2009 Transportieren, Lagern, Auspacken
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 3-1
3 Transportieren, Lagern, Auspacken
Die Geräte und Komponenten werden im Herstellerwerk entsprechend der Bestellung verpackt. Ein Verpackungsschild befindet sich außen auf der Verpackung. Beachten Sie die Hinweise auf der Verpackung für Transport, Lagerung und sachgemäße Handhabung.
Vermeiden Sie starke Transporterschütterungen und harte Stöße. Sollten Sie einen Transportschaden feststellen, benachrichtigen Sie bitte umgehend Ihren Spediteur.
Die Geräte und Komponenten müssen in sauberen trockenen Räumen gelagert werden. Temperaturen zwischen -25 °C (-13 °F) und +70 °C (158 °F) sind zulässig. Auftretende Temperaturschwankungen dürf en nicht größer als 30 K pro Stunde sein.
Bei Überschreitung der Lagerdauer von einem Jahr muss das Gerät neu formiert werden. Siehe Kapitel "Formieren".
Die Verpackung besteht aus einem Holzboden, Karton und Wellpappe. Sie kann entsprechend den örtlichen Vorschriften entsorgt werden. Nach dem Auspacken, der Kontrolle der Sendung auf Vollständigkeit und Überprüfung der Geräte und Komponenten auf Unversehrtheit kann die Montage und Inbetriebsetzung erfolgen. Je nach Schutzart und Bauform sind die Geräte entweder mit oder ohne Transportschienen auf einer Palette montiert.
Transportieren
Lagern
VORSICHT
Auspacken
Siemens Controls
08.2009 Erstinbetriebsetzung
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 4-1
4 Erstinbetriebsetzung
Nach Entfernen der Verpackung prüfen Sie bitte das Gerät auf Unversehrtheit. Nur unversehrte Geräte dürfen in Betrieb gesetzt werden. Prüfen Sie bitte außerdem das Gerät auf Vollständigkeit, richtige Bestückung der Optionsbaugruppen anhand des Verpackungsschilds (außen auf der Verpackung) und, falls so bestellt, Freigabe der Technologieoption.
Auspacken und Prüfen
der Geräte
siehe Kapitel
"Transportieren,
Lagern,
Auspacken"
Rüsten Sie, falls erforderlich, bisher nicht montierte Optionsbaugruppen nach. Montieren Sie anschließend die Geräte unter Beachtung der Anforderungen an den Aufstellort und der EMV-Hinweise.
Montieren des Gerätes
und Einbau noch nicht
bestückter
Optionsbaugruppen
siehe Kapitel
"Montage"
und
"EMV-gerechter
Aufbau"
War der Zwischenkreis des Gerätes mehr als ein Jahr spannungslos, müssen Sie die Zwischenkreiskondensatoren neu formieren.
falls erforderlich,
Formieren der Zwischenkreis­kondensatoren
siehe Kapitel
"Formieren"
Schließen Sie bitte beginnend mit dem Schutzleiter die Leistungskabel bzw. Zwischenkreisschienen und die 230 V ~ für den Lüfter an. Falls projektiert, auch die externe 24-V-Einspeisung anschließen. Beachten Sie bei der Verlegung der Kabel die EMV-Hinweise. Schließen Sie in diesem Schritt bitte noch keine Steuer-, Kommunikations-, Geber- und Motorkabel an (Ausnahme: Kabel zum Anschluss eines OP1S, falls die Parametrierung über das OP1S erfolgen soll).
Anschließen des
Schutzleiters,
der Leistungskabel bzw.
schienen und,
falls vorhanden, der ext.
24 V-Einspeisung
siehe Kapitel
"Anschließen"
und
"EMV-gerechter
Aufbau"
Schließen Sie bitte die verbleibenden Steuer-, Kommunikations-, Geber- und Motorkabel an. Beachten Sie bei der Verlegung der Kabel die EMV-Hinweise.
Anschließen der
Steuer-,
Kommunikations-,
Geber- und Motorkabel
siehe Kapitel
"Anschließen"
und "EMV-
gerechter
Aufbau"
WARNUNG
Vor dem Anschließen oder Abklemmen der Steuerleitungen und Geberkabel muss das Gerät spannungsfrei geschaltet werden (24 V-Elektronikstromversorgung und Zwischenkreis-/Netzspannung)! Nichtbeachtung dieser Maßnahme kann zu Geberdefekten führen. Ein defekter Geber kann unkontrollierte Achsbewegungen verursachen.
Nach Überprüfung der Verkabelung auf richtigen Anschluss und festen Sitz schalten Sie die externe 24 V-Einspeisung bzw. die Netzspannung zu. Nach Anlauf der Elektronikstromversorgung initialisiert sich das Gerät. Dieser Vorgang kann mehrere Sekunden andauern. Anschließend wird auf der PMU der Gerätezustand angezeigt.
Zuschalten der externen
24 V- Einspeisung bzw.
der Netzspannung
111
Siemens Controls
Erstinbetriebsetzung 08.2009
6SE7087-6JD50 Siemens AG
4-2 Betriebsanleitung SIMOVERT MASTERDRIVES
Zeigt die PMU nach Ablauf der Geräteintialisierung nicht den Zustand °005 oder wurde das Gerät bereits früher einmal parametriert, sollten Sie ein Parameter-Reset auf Werkseinstellung durchführen.
falls erforderlich,
Parameter-Reset auf
Werkseinstellung
durchführen
siehe Kapitel
"Parametrierung"
AAA
Parametrieren durch
Download oder mit
Parametermodulen
siehe Kapitel
"Parametrierung"
24 V-Einspeisung bzw.
Netzspannung
abschalten
Nach nochmaliger Überprüfung des Gerätes und der Verkabelung schalten Sie die Netz- bzw. Zwischenkreis­spannung zu und führen Sie entsprechend Ihrer Parametrierung einen Funktionstest durch.
Funktionstest
siehe
"Anschließen"
und "EMV-
gerechter
Aufbau"
Es ist sicherzustellen, dass durch das Zuschalten der Leistung und des Gerätes keine Gefahren für Menschen und Anlagenteile entstehen können. Es wird empfohlen, die Arbeitsmaschine erst nach dem erfolgreichen Abschluss des Funktionstestes zu kuppeln.
WARNUNG
Weitergehende Inbetriebsetzung und Parametrierung
entsprechend den konkreten Anforderungen
siehe "Ans
08.2009 Montage
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 5-1
5 Montage
5.1 Montage der Geräte
Sicherer Betrieb der Geräte setzt voraus, dass sie von qualifiziertem Personal sachgemäß unter Beachtung der Warnhinweise in dieser Betriebsanleitung montiert und in Betrieb gesetzt werden.
Insbesondere sind sowohl die allgemeinen und nationalen Errichtungs­und Sicherheitsvorschriften für Arbeiten an Starkstromanlagen (z. B. VDE), als auch die den fachgerechten Einsatz von Werkzeugen und die Benutzung persönlicher Schutzeinrichtungen betreffenden Vorschriften zu beachten.
Bei Nichtbeachtung können Tod, schwere Körperverletzung oder erheblicher Sachschaden die Folge sein.
Die Komponenten der Baureihe MASTERDRIVES sind gemäß Schutz­art IP20 bzw. IPXXB nach EN 60529 und als open type-Geräte nach UL 50 ausgeführt. Damit ist der Schutz gegen elektrischen Schlag sichergestellt. Um auch den Schutz gegen mechanische und klimati­sche Beanspruchungen sicherzustellen, müssen die Komponenten in Gehäusen/Schränken/Räumen betrieben werden, die entsprechend den Anforderungen nach EN 60529 ausgeführt und als enclosure type nach UL 50 klassifiziert sind.
Bei der Platzierung der Geräte ist zu beachten, dass sich der Netzanschluss an der Geräteoberseite und der Motoranschluss an der Geräteunterseite befindet.
Die Geräte können nebeneinander montiert werden. Beim Einbau in Schaltschränken müssen Sie zur Kühlung der Geräte
oben und unten einen Freiraum einhalten. Diese Mindestabstände entnehmen Sie bitte den Maßbildern auf den
folgenden Seiten. Beim Einbau in Schaltschränken muss die Schrankbelüftung
entsprechend der Verlustleistung ausgelegt werden. Sie finden die Angaben hierzu in den technischen Daten.
WARNUNG
HINWEIS
Abstände
Siemens Controls
Montage 08.2009
6SE7087-6JD50 Siemens AG
5-2 Betriebsanleitung SIMOVERT MASTERDRIVES
Fremdkörper
Die Geräte müssen vor dem Eindringen von Fremdkörpern geschützt werden, da sonst die Funktion und Sicherheit nicht gewährleistet ist.
Stäube, Gase, Dämpfe
Die Betriebsstätten müssen trocken und staubfrei sein. Die zugeführte Luft darf keine funktionsgefährdenden, elektrisch leitfähigen Stäube, Gase und Dämpfe enthalten. Bei Bedarf sind entsprechende Filter einzusetzen oder andere Abhilfemaßnahmen zu ergreifen.
Kühlluft
Die Geräte dürfen nur in einem Umgebungsklima nach DIN IEC 721-3-3 Klasse 3K3 betrieben werden. Bei Temperaturen der Kühlluft von mehr als 40 °C (104 °F) und Aufstellhöhen höher als 1000 m ist eine Leistungsreduzierung erforderlich.
Wasserkühlung
Bei der Verwendung wassergekühlter MASTERDRIVES ist zu beachten, das keine höheren Betriebsdrücke als 1 bar zulässig sind! Soll die Anlage mit einem höheren Druck betrieben werden, so ist an jedem Gerät eine Reduzierung auf 1 bar Vordruck vorzunehmen.
Montagefläche
100 mm250 mm
Kühlluft
Bild 5-1 Mindestabstände für den Kühlluftbedarf
Anforderungen an den Aufstellort
ACHTUNG
08.2009 Montage
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 5-3
Die Montage des Gerätes erfolgt direkt auf eine Montagefläche. Dafür benötigen Sie folgende Teile:
G-Schiene nach EN50035 mit Schrauben zur Befestigung oben, eine Schraube M6 bei Bauform A bis C, zwei Schrauben M6 bei
Bauform D, für die Befestigung unten,
Maßbild für die Bauformen A, B bzw. für die Bauformen C, D.
Seitenansicht Vorderansicht (Ohne Frontabdeckung)
45 mm
350 mm
425 mm
G-Schiene nach EN50035 Montagefläche
425 mm
90 mm
67,5 mm
Aussparungen für Schrauben M6
135 mm
Bauform A Bauform B
Bild 5-2 Maßbilder Montage Bauformen A,B
Seitenansicht Vorderansicht (Ohne Frontabdeckung)
350 mm
G-Schiene nach EN50035 Montagefläche
Aussparungen für Schrauben M6
600 mm
600 mm
90 mm 180 mm
45 mm 180 mm 270 mm
Bauform C Bauform D
Bild 5-3 Maßbilder Montage Bauformen C,D
Montage
Siemens Controls
Montage 08.2009
6SE7087-6JD50 Siemens AG
5-4 Betriebsanleitung SIMOVERT MASTERDRIVES
5.2 Montage von Optionsbaugruppen
Die Baugruppen dürfen nur von qualifizierten Personal ausgetauscht werden.
Die Baugruppen dürfen nicht unter Spannung gezogen oder gesteckt werden.
In der Elektronikbox des Gerätes stehen Ihnen bis zu sechs Slots für den Einbau von Optionsbaugruppen zur Verfügung. Die Slots werden mit den Buchstaben A bis G bezeichnet. Der Slot B ist in der Elektronikbox nicht vorhanden, er wird in den Geräten der Bauform Kompakt PLUS verwendet.
Falls Sie die Slots D bis G benutzen möchten, benötigen Sie dafür zusätzlich:
die Buserweiterung LBA (Local Bus Adapter), die der Aufnahme der
Regelungsbaugruppe und bis zu zwei Trägerboards dient, und
ein Trägerboard (ADB - Adaption Board) auf dem bis zu zwei
Optionsbaugruppen befestigt werden können.
Die Slots befinden sich an folgenden Positionen:
Slot A Baugruppe CU Lage oben Slot C Baugruppe CU Lage unten Slot D Trägerboard auf Einbauplatz 2 Lage oben Slot E Trägerboard auf Einbauplatz 2 Lage unten Slot F Trägerboard auf Einbauplatz 3 Lage oben Slot G Trägerboard auf Einbauplatz 3 Lage unten
Einbauplatz 1
Einbauplatz 2
Einbauplatz 3
Bild 5-4 Lage der Slots in der Elektronikbox
WARNUNG
Slots
08.2009 Montage
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 5-5
Technologiebaugruppen (T100, T300, T400, TSY) sind grundsätzlich im Einbauplatz 2 einzubauen.
Die Einbauplätze 2 und 3 sind auch für den Einsatz der Kommunikationsbaugruppen SCB1 und SCB2 verwendbar.
Durch die Zwischenkreiskondensatoren ist bis zu 5 Minuten nach dem Freischalten noch gefährliche Spannung im Gerät vorhanden. Das Arbeiten am Gerät oder den Zwischenkreisklemmen ist frühestens nach dieser Wartezeit zulässig.
Die Optionsbaugruppen enthalten elektrostatisch gefährdete Bauteile. Diese Bauelemente können durch unsachgemäße Behandlung se hr leicht zerstört werden. Beachten Sie beim Umgang mit diesen Baugruppen unbedingt die EGB-Hinweise.
Gerät vom Netz trennen
Trennen Sie das Gerät von der Energieeinspeisung (AC- bzw. DC­Einspeisung) und schalten Sie das Gerät stromlos. Entfernen Sie die 24 V-Spannungsversorgung für die Elektronik. Entfernen Sie alle Anschlussleitungen.
Öffnen Sie die Frontabdeckung. Entnehmen Sie die Baugruppe CU bzw. das Trägerboard aus der
Elektronikbox: Lösen Sie die Verbindungsleitungen auf die Baugruppe CU bzw. zu
den Optionsbaugruppen.
Lösen Sie die Befestigungsschrauben an den Ziehgriffen oberhalb
und unterhalb der Baugruppe CU bzw. der Trägerbords.
Ziehen Sie die Baugruppe CU bzw. das Trägerboard an den
Ziehgriffen aus der Elektronikbox heraus.
Legen Sie die Baugruppe CU bzw. das Trägerboard auf eine
geerdete Arbeitsplatte.
Stecken Sie die Optionsbaugruppe von rechts auf den 64-poligen Systemstecker auf der Baugruppe CU bzw. dem Trägerboard. Die Sichtweise bezieht sich auf den eingebauten Zustand.
Schrauben Sie die Optionsbaugruppe mit den beiden beiliegenden Schrauben an den Befestigungspunkten im vorderen Bereich der Optionsbaugruppe fest.
Die Optionsbaugruppe muss fest auf den Stecker gedrückt werden, ein einfaches Anziehen der Schrauben reicht nicht aus!
HINWEIS
GEFAHR
VORSICHT
GEFAHR
Einbau vorbereiten
Optionsbaugruppe montieren
HINWEIS
Siemens Controls
Montage 08.2009
6SE7087-6JD50 Siemens AG
5-6 Betriebsanleitung SIMOVERT MASTERDRIVES
Montieren Sie die Baugruppe CU bzw. das Trägerboard wieder in die Elektronikbox:
Schieben Sie die Baugruppe CU in den Einbauplatz 1 bzw. das
Trägerboard in den Einbauplatz 2 oder 3.
Der Einbauplatz 3 kann erst dann benutzt werden, wenn auf dem Einbauplatz 2 ein Trägerboard oder eine Technologiebaugruppe montiert wurde. Es sollten zunächst Baugruppen in den Einbauplatz 2 montiert werden, bevor der Einbauplatz 3 benutzt wird.
Sichern Sie die Baugruppe CU bzw. das Trägerboard mit den
Befestigungsschrauben an den Ziehgriffen. Schließen Sie die zuvor entfernten Anschlüsse wieder an. Überprüfen Sie alle Anschlussleitungen und die Abschirmung auf
richtigen Sitz und richtige Position.
Gerät wieder montieren
HINWEIS
08.2009 EMV-gerechter Aufbau
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 6-1
6 EMV-gerechter Aufbau
Die Grundregeln der EMV
Die Regeln 1 bis 13 sind allgemein gültig. Die Regeln 14 bis 20 sind besonders zur Begrenzung der Störaussendung wichtig.
Alle metallischen Teile des Schaltschranks sind flächig und gut leitend miteinander zu verbinden. (Nicht Lack auf Lack!) Gegebenenfalls Kontakt- oder Kratzscheiben verwenden. Die Schranktür ist über möglichst kurze Massebänder mit dem Schaltschrank zu verbinden.
Die Erdung von Anlagen/Maschinen ist in erster Linie eine Schutzmaß­nahme. Bei Antrieben hat sie jedoch Einfluss auf Störaussendung und Störfestigkeit. Die Erdung eines Systems kann sternförmig oder flächig erfolgen. Bei Antrieben ist die Flächenerdung vorzuziehen, d. h. alle zu erdenden Teile der Anlage werden flächig oder maschenförmig verbunden.
Signalleitungen und Leistungskabel sind räumlich getrennt voneinander zu verlegen (Koppelstrecken vermeiden!). Mindestabstand: 20 cm. Trennbleche zwischen Leistungs- und Signalleitungen vorsehen. Trennbleche sind mehrmals zu erden.
Schütze, Relais, Magnetventile, elektromechanische Betriebsstunden­zähler etc. im Schaltschrank sind mit Entstörkombinationen zu beschalten, zum Beispiel mit RC-Gliedern, Dioden, Varistoren. Die Beschaltung muss direkt an der jeweiligen Spule erfolgen.
Ungeschirmte Leitungen des gleichen Stromkreises (Hin- und Rück­leiter) sind zu verdrillen, bzw. die Fläche zwischen Hin- und Rückleiter möglichst klein halten um unnötige Rahmenantennen zu vermeiden.
Unnötige Leitungslängen vermeiden. Koppelkapazitäten und -induktivi­täten werden dadurch klein gehalten.
Reserveadern an beiden Enden erden. Damit wird eine zusätzliche Schirmwirkung erreicht.
Generell werden Störeinkopplungen verringert, wenn man Leitungen nahe an geerdeten Blechen verlegt. Deshalb Verdrahtungen nicht frei im Schrank verlegen, sondern dicht am Schrankgehäuse bzw. an Montageblechen führen. Dies gilt auch für Reservekabel.
Tacho, Encoder oder Resolver müssen über eine geschirmte Leitung angeschlossen werden. Der Schirm ist am Tacho, Encoder oder Resolver und am SIMOVERT MASTERDRIVES großflächig aufzulegen. Der Schirm darf keine Unterbrechungen aufweisen, z. B. durch Zwischenklemmen. Für Encoder und Resolver sollten die fertig konfektionierten Leitungen mit Mehrfachschirmung verwendet werden (siehe Katalog DA65).
Regel 1
HINWEIS
Regel 2
Regel 3
Regel 4
Regel 5
Regel 6
Regel 7
Regel 8
Siemens Controls
EMV-gerechter Aufbau 08.2009
6SE7087-6JD50 Siemens AG
6-2 Betriebsanleitung SIMOVERT MASTERDRIVES
Die Schirme von digitalen Signalleitungen sind beidseitig (Sender und Empfänger) großflächig und gut leitend auf Erde zu legen. Bei schlechtem Potentialausgleich zwischen den Schirmanbindungen ist zur Reduzierung des Schirmstromes ein zusätzlicher Ausgleichsleiter von mindestens 10 mm
2
parallel zum Schirm zu verlegen. Generell darf man die Schirme auch mehrmals mit Erde (= Schrankgehäuse) verbinden. Auch außerhalb des Schaltschrankes dürfen die Schirme mehrmals geerdet werden.
Folienschirme sind ungünstig. Sie sind in ihrer Schirmwirkung gegenüber Geflechtschirmen mindestens um den Faktor 5 schlechter.
Die Schirme von analogen Signalleitungen sind bei gutem Potential­ausgleich beidseitig auf Erde zu legen. Guter Potentialausgleich ist erfüllt, wenn Regel 1 eingehalten wird.
Falls niederfrequente Störungen auf den Analogleitungen auftreten, zum Beispiel: Drehzahl- /Messwertschwankungen als Folge von Ausgleichsströmen (Brummschleifen), erfolgt die Schirmanbindung der analogen Signale einseitig an den SIMOVERT MASTERDRIVES. Die andere Seite des Schirms sollte über einen Kondensator (z. B. 10 nF/100 V Typ MKT) geerdet werden. Mit Hilfe des Kondensators ist der Schirm für Hochfrequenz trotzdem beidseitig aufgelegt.
Signalleitungen möglichst nur von einer Seite in den Schrank führen. Werden die SIMOVERT MASTERDRIVES über eine externe 24-V-
Stromversogung betrieben, darf diese Stromversorgung nicht mehrere Verbraucher speisen, die räumlich getrennt in verschiedenen Schalt­schränken eingebaut sind (Brummschleifen!). Die optimale Lösung ist eine eigene Stromversorgung für jeden SIMOVERT MASTERDRIVES.
Störeinkopplungen über den Netzanschluss vermeiden. SIMOVERT MASTERDRIVES und Automatisierungsgeräte/Steuer-
elektronik sollten an unterschiedlichen Netzen angeschlossen werden. Ist nur ein gemeinsames Netz vorhanden, sind Automatisierungsgeräte/ Steuerelektronik über einen Trenntransformator vom speisenden Netz zu entkoppeln.
Zur Einhaltung einer Grenzwertklasse "A1" oder "B1" (EN 55011) ist der Einsatz eines Funk-Entstörfilters obligatorisch, auch wenn Sinus­filter oder du/dt-Filter zwischen Motor und SIMOVERT MASTER­DRIVES eingebaut sind.
Ob ein zusätzliches Filter für weitere Verbraucher installiert werden muss, ist abhängig von der verwendeten Steuerung und der Verdrahtung des restlichen Schaltschrankes.
Regel 9
Regel 10
Regel 11 Regel 12
Regel 13
Regel 14
08.2009 EMV-gerechter Aufbau
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 6-3
Platzierung eines Funk-Entstörfilters immer in der Nähe der Störquelle. Das Filter ist flächig mit dem Schrankgehäuse, Montageblech etc. zu verbinden. Am günstigsten ist eine metallisch blanke Montageplatte (z. B. aus Edelstahl, Stahl verzinkt), weil hier die gesamte Anlagefläche elektrischen Kontakt herstellt. Bei einer lackierten Montageplatte müssen die Schraubstellen zur Befestigung von Frequenzumrichter und Funk-Entstörfilter vom Lack befreit werden, damit sich elektrischer Kontakt ergibt.
Ein- und Ausgangsleitungen des Funk-Entstörfilters sind räumlich zu trennen.
Zur Begrenzung der Störaussendung sind alle drehzahlveränderbaren Motoren mit geschirmten Leitungen anzuschließen, wobei die Schirme niederinduktiv (großflächig) beidseitig mit den jeweiligen Gehäusen verbunden werden. Auch innerhalb des Schaltschrankes sind die Motorleitungen zu schirmen oder zumindest über geerdete Trennbleche abzuschirmen. Geeignete Motorleitung, z. B. Siemens PROTOFLEX­EMV-CY (4 x 1,5 mm
2
... 4 x 120 mm2) mit Cu-Schirm. Stahlgeschirmte
Leitungen sind ungeeignet. Am Motor kann zur Schirmauflage eine geeignete PG-Verschraubung
mit Schirmkontaktierung verwendet werden. Es ist auf eine niederimpedante Verbindung zwischen Motorklemmenkasten und Motorgehäuse zu achten. Gegebenenfalls mit zusätzlicher Erdungslitze verbinden. Motorklemmenkasten nicht aus Kunststoff!
Zwischen Funk-Entstörfilter und den SIMOVERT MASTER DRIVES ist eine Netzdrossel einzubauen.
Die Netzleitung ist von den Motorleitungen räumlich zu trennen, z. B. durch geerdete Trennbleche.
Die Schirmung zwischen Motor und SIMOVERT MASTERDRIVES darf durch den Einbau von Komponenten wie Ausgangsdrosseln, Sinus­filtern, du/dt-Filtern, Sicherungen, Schützen nicht unterbrochen werden. Die Komponenten sind auf einem Montageblech aufzubauen, das gleichzeitig als Schirmauflage für die ankommende und abgehende Motorleitung dient. Gegebenenfalls sind geerdete Trennbleche zur Abschirmung der Komponenten erforderlich.
Um die Funkstörstrahlung zu begrenzen (speziell für Grenzwertklasse "B1"), müssen außer der Netzleitung alle Leitungen, die von extern am Schaltschrank angeschlossen sind, geschirmt sein.
Beispiele zu den Grundregeln:
Regel 15
Regel 16
Regel 17
Regel 18
Regel 19
Regel 20
Siemens Controls
EMV-gerechter Aufbau 08.2009
6SE7087-6JD50 Siemens AG
6-4 Betriebsanleitung SIMOVERT MASTERDRIVES
~
=
~
=
Steuerung
Schaltschrank1 Schaltschrank2 Schaltschrank3
Erdungsschiene
Regel 19
Regel 8
Regel 12
Netz
*) *)
Z
Bild 3.5.3
Bild 3.5.4
Bild 3.5.6
Regel 2
Regel 4, 5, 7
Regel 9, 10
Regel 16
Regel 17
Regel 13
Bild 3.5.2
*) Funk-Entstörfilter vom Abluftkanal der SIMOVERT MASTERDRIVES fernhalten, z. B. durch Aufbau in anderer Ebene
Z
Schirmauflage
Regel 14
Netz
Bild 6-1 Beispiele für die Anwendung der Grundregeln der EMV
Kabelabfangschiene
Schirmschiene
Gut leitend und
großflächig mit dem
Schrankgehäuse
beidseitig verbinden!
Bild 6-2 Schirmanbindung der Motorleitung bei Einführung in den Schaltschrank
08.2009 EMV-gerechter Aufbau
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 6-5
PG-Verschraubung
Motorklemmenkasten
Bild 6-3 Schirmanbindung am Motor
Der Schirm kann über eine PG- bzw. metrische Verschraubung (Messing vernickelt) mit Zugentlastungsbügel aufgelegt werden. Damit lässt sich die Schutzart IP20 erreichen.
Für höhere Schutzarten (bis IP68) gibt es spezielle PG-Verschrau­bungen mit Schirmauflage, z. B.:
SKINDICHT SHVE, Fa. Lapp, Stuttgart UNI IRIS Dicht oder UNI EMV Dicht, Fa. Pflitsch, Hückeswagen
Motorklemmenkasten nicht aus Kunststoff!
Schirm­schelle
Kabelbinder
Bild 6-4 Schirmanbindung der Signalleitungen bei SIMOVERT MASTERDRIVES
Siemens Controls
EMV-gerechter Aufbau 08.2009
6SE7087-6JD50 Siemens AG
6-6 Betriebsanleitung SIMOVERT MASTERDRIVES
Jedem SIMOVERT MASTER-
DRIVES sind zur Schirman­bindung der Signalleitungen Schirmschellen beigelegt.
Bei den Einbaugeräten (Bau-
formen E) lassen sich die Schirme zusätzlich mit Hilfe von Kabelbindern an kamm­artigen Schirmstellen auflegen.
Kabelbinder
Kammschiene
Zwischenklemmen
Kammschienen beid­seitig gut leitend und großflächig mit dem Schrankgehäuse verbinden!
Bild 6-5 Schirmanbindung der Signalleitungen im Schaltschrank
Wo immer möglich sollte auf Zwischenklemmen verzichtet werden, weil sie die Schirmwirkung verschlechtern!
08.2009 Anschließen
Siemens AG 6SE7087-6JD50 SIMOVERT MASTERDRIVES Betriebsanleitung 7-1
7 Anschließen
Die Geräte SIMOVERT MASTERDRIVES werden mit hohen Spannungen betrieben. Alle Arbeiten dürfen nur im spannungslosen Zustand durchgeführt werden! Alle Arbeiten dürfen nur von qualifiziertem Personal durchgeführt werden! Bei Nichtbeachtung dieser Warnhinweise können Tod, schwere Körperverletzung oder erheblicher Sachschaden die Folge sein.
Elektrische Verbindungen nur im spannungslosen Zustand herstellen! Durch die Zwischenkreiskondensatoren ist bis zu 5 min nach dem
Freischalten noch gefährliche Spannung im Gerät vorhanden. Deshalb ist das Arbeiten am Gerät oder den Zwischenkreisklemmen frühestens nach einer entsprechenden Wartezeit zulässig.
Auch bei Motorstillstand können die Leistungs- und Steuerklemmen Spannung führen. Bei zentraler Versorgung der Zwischenkreisspannung ist auf eine sichere Trennung der Umrichter von der Zwischenkreisspannung zu achten!
Beim Hantieren am geöffneten Gerät ist zu beachten, dass spannungsführende Teile freiliegen.
Der Benutzer ist dafür verantwortlich, dass alle Geräte nach den anerkannten technischen Regeln im Aufstellungsland sowie anderen regional gültigen Vorschriften aufgestellt und angeschlossen werden. Dabei sind die Kabeldimensionierung, Absicherung, Erdung, Abschaltung, Trennung und der Überstromschutz besonders zu berücksichtigen.
Umrichter können physikalisch bedingt Gleichfehlerströme erzeugen. Wird auf der Netzseite des AC/AC- Umrichters - bzw. der Einspeise­Einheit bei Mehrmotorenantrieben - zum Schutz bei indirekter Berührung eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (FI-Schutzschalter) verwendet, so ist nur Typ B nach IEC 755 zugelassen. Durch Funk­Entstörkondensatoren und aufgrund der parasitären Kapazität der Motorleitung fließen Ableitströme, die zum ungewollten Ansprechen der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung führen können.
Störungsfreier Betrieb ist im allgemeinen nur unter folgenden Bedingungen möglich:
Nenn-Fehlerstrom der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung ≥ 300 mA
kurze Motorleitungen (l < 20 m)
kein Funk-Entstörfilter eingebaut
nur ein Umrichter pro Fehlerstrom-Schutzeinrichtung angeschlossen
GEFAHR
ACHTUNG
Siemens Controls
Anschließen 08.2009
6SE7087-6JD50 Siemens AG
7-2 Betriebsanleitung SIMOVERT MASTERDRIVES
Die Umrichter sind geeignet zum Anschluss an Netze mit geerdetem Sternpunkt (TN-Netze und TT-Netze).
Für den Anschluss an Netze mit ungeerdetem Sternpunkt (IT-Netze) bzw. Netze mit einem geerdeten Außenleiter sind Umrichter mit Option L20 erforderlich.
Die Umrichter sind ausgelegt für Überspannungskategorie III nach IEC 60664-1.
T1 T 2 T 3
U2 V2 W2 P E2
U1 V1 W1 C D
L1 L2 L3 L+ L-
PE1
Motoranschluss X2
Schirmauflagen
für Steuerleitungen
Einbauplatz 1 (CUMC)
Sicherer Halt,
Hilfsschütz,
externe DC24 V-
Einspeisung X9
X101
Anschluss PMU X108
X103
Netzanschluss X1
Kabelanschluss-
adapter
für EMV (Option)
Geberkarte in Slot C
Optionsbaugruppe
in Slot A
Einbauplatz 2
Einbauplatz 3
S2
S1
Zwischenkreis-
anschluss X3
Bild 7-1 Anschlussübersicht Bauform A, B und C
HINWEIS
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