4. 64Bit - Grundlagen zu Grafikkarten
Wohl kaum eine Baugruppe im Amiga kommt in so großer Vielfalt auf den Markt wie Grafikkarten. Das Herz einer
Grafikkarte ist der Grafikprozessor, das wichtigste Bauelement. Hier zeigen sich die größten Unterschiede zwischen den
einzelnen Karten. Bei vielen Anwendungen ist die Grafikkarte fast ebenso wichtig wie die Rechner-CPU. Aufwendige
Oberflächen und schnelle Animationen stellen hier immer höhere Ansprüche. Hier sind auch von der Grafikkarte echte
Höchstleistungen gefragt.
Hochwertige Grafikkarten arbeiten mit Busbreiten von 64 Bit. Der Nutzen eines 64 Bit-Prozessors ist oft unklar, da der
Zorro III Amigabus nur mit 32Bit arbeitet. Hier muß zwischen den einzelenen Komponenten unterschieden werden, die
über den Bus miteinander verbunden sind, wie etwa die CPU und die Grafikkarte. Die CPU schickt die Grafikbefehle
über den 32Bit breiten Bus zur Grafikkarte. 64Bit-Grafikkarten können diesen Befehl in doppelter Breite verarbeiten.
Dieses System ist deshalb sinnvoll, da die vom Prozessor kommenden Befehle weniger Daten enthalten, als sie bei der
Ausführung produzieren. Bei herkömmlichen Anwendungen (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation) spielt die
Busbreite eine untergeordnete Rolle, da die meisten Befehle (Linien zeichnen/Flächen füllen) vom Grafikprozessor
erledigt werden. Große Bit-Breiten sind vor allem bei Multimedia-An Wendungen und im DTP-Bereich gefragt. Hier
wird die CPU des Rechners besonders beansprucht und ein breiter Bus sorgt für einen schnelleren Datenaustausch.
Desweiteren sollten 64Bit-Grafikkarten die Möglichkeit bieten, den Grafikspeicher auf 4MB aufzurüsten, um auch in
hohen Auflösungen noch eine akzeptable Farbtiefe zu gewährleisen. Früher waren Grafikkarten mit 2MB noch
ausreichend, doch Multimedia- und Grafikanwendungen verlangen heutzutage mehr !
Desweiteren sollte man beachten, daß der Grafikprozessor in der Lage ist Auflösungen von 1280x1024 noch in
akzeptablen Bild wiederholraten (70 Hz) darzustellen, und das bei mindestens 8Bit, sprich 256 Farben. Aktuelle
Grafikprozessoren, so wie der Trio64 von S3, welcher auf Ihrer CYBERVISION64 verwendet wurde, bieten dem
Anwender diese Möglichkeiten.
5. Auflösungen, Farbtiefen, Frequenzen
Bevor Sie die Defaulteinstellungen oder den Monitortyp verändern, bitten wir Sie, dieses Kapitel gut durchzulesen.
Zeilenfrequnz, Bildwiederholung, Bandbreite und Farbtiefe sind gebräuchliche Ausdrücke, die schon jeder
Computeranwender gehört hat, deren Bedeutung aber häufig noch unklar ist.
Zeilenfrequenz: Sie gibt an, wieviel mal in der Sekunde der Elektronenstrahl von links nach rechts und zurück den
Bildschirm überschreiben muß. Der Rücklaufstrahl wird dabei dunkel getastet und ist so für den Betrachter nicht
sichtbar. Die Zeilenfrequenz ist das Produkt aus Anzahl der darzustellenden Zeilen (z.B. 768) und der Anzahl der
Vollbilder (70), also 53,76 KHz, wobei noch Zeilen für die Syncronisation addiert werden müssen, so das man auf
rund 54,5KHz kommt.
Bildwiederholung: Dieser Wert wird auch als Vertikalfrequenz bezeichnet und ist die Frequenz, mit der die Teilbilder
eines Monitorbildes aufeinanderfolgend geschrieben werden. Bei einer Auflösung von 1024x768 sollte dieser Wert
mindestens 70Hz betragen.
Bandbreite: Sie gibt die Frequenzübertragungsmöglichkeit elektronischer Schaltungen an. Im Videobereich bezeichnet
man mit der Bandbreite im wesentlichen die Frequenz in der die Bildpunkte aufeinander folgen. Je höher die
Zeilen/Bildwiderholfrequenzen sind, desto höher muß die Bandbreite sein, um diese verarbeiten zu können. Gute
Monitore besitzen Bandbreiten von rund 100MHz. Es ist allerdings wichtig, bei hohen Bandbreiten qualitativ
hochwertige VGA Kabel zu verwenden, da die normalen LowCost Kabel bei Bandbreiten über ca. 70MHz die
Bildqualität extrem verschlechtern. Grafikprozessoren moderner Art besitzen Bandbreiten von 130Mhz.
4