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GEFAHR
Warnung! Symbol warnt vor unmittelbar drohender Gefahr, Tod,
schwerer Körperverletzungen bzw. schwere Sachschäden bei
Nichtbeachtung.
Achtung! Symbol warnt vor möglichen Gefahren oder schädlichen
Situationen, die bei Nichtbeachtung Schäden am Gerät bzw. an der
Umwelt hervorrufen.
Hinweis! Symbol weist auf Vorgänge hin, die bei Nichtbeachtung einen
indirekten Einfluss auf den Betrieb haben oder eine nicht
vorhergesehene Reaktion auslösen können.
Lesen Sie dieses Dokument aufmerksam durch und machen Sie sich mit der Bedienung des Gerätes
vertraut, bevor Sie es einsetzen. Bewahren Sie dieses Dokument griffbereit auf, um im Zweifelsfalle
nachschlagen zu können.
2 Bestimmungsgemäße Verwendung
Das Gerät ist für die Messung von Materialfeuchte und Temperatur geeignet.
Die Messung geschieht unter Verwendung von geeigneten Elektroden und Kabeln. Der
Elektrodenanschluss erfolgt über eine BNC- bzw. Thermoelementbuchse.
Die Sicherheitshinweise dieser Bedienungsanleitung müssen beachtet werden (siehe unten).
Das Gerät darf nur unter den Bedingungen und für die Zwecke eingesetzt werden, für die es konstruiert
wurde.
Das Gerät muss pfleglich behandelt und gemäß den technischen Daten eingesetzt werden (nicht werfen,
aufschlagen, etc.). Vor Verschmutzung schützen.
2.1 Sicherheitszeichen und Symbole
Warnhinweise sind in diesem Dokument wie unter Tabelle 1 beschrieben gekennzeichnet:
Tabelle 1
2.2 Sicherheitshinweise
Dieses Gerät ist gemäß den Sicherheitsbestimmungen für elektronische Messgeräte gebaut und geprüft. Die
einwandfreie Funktion und Betriebssicherheit des Gerätes kann nur gewährleistet werden, wenn bei der
Benutzung die allgemein üblichen Sicherheitsvorkehrungen sowie die gerätespezifischen
Sicherheitshinweise dieser Bedienungsanleitung beachtet werden.
1. Funktion und Betriebssicherheit des Gerätes können nur unter den klimatischen Verhältnissen, die im
Kapitel "Technische Daten" spezifiziert sind, eingehalten werden.
Wird das Gerät von einer kalten in eine warme Umgebung transportiert kann durch Kondensatbildung
eine Störung der Gerätefunktion eintreten. In diesem Fall muss die Angleichung der Gerätetemperatur an
die Raumtemperatur vor einer Inbetriebnahme abgewartet werden.
2. Wenn anzunehmen ist, dass das Gerät nicht mehr gefahrlos betrieben werden kann, so ist
es außer Betrieb zu setzen und vor einer weiteren Inbetriebnahme durch Kennzeichnung
zu sichern. Die Sicherheit des Benutzers kann durch das Gerät beeinträchtigt sein, wenn
es z.B.
- sichtbare Schäden aufweist.
- nicht mehr wie vorgeschrieben arbeitet.
- längere Zeit unter ungeeigneten Bedingungen gelagert wurde.
Im Zweifelsfall Gerät zur Reparatur oder Wartung an Hersteller schicken.
3. Dieses Gerät ist nicht für Sicherheitsanwendungen, Not-Aus Vorrichtungen oder
Anwendungen bei denen eine Fehlfunktion Verletzungen und materiellen Schaden
hervorrufen könnte, geeignet. Wird dieser Hinweis nicht beachtet, könnten schwere
gesundheitliche und materielle Schäden auftreten.
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GMH 3851
9V Batterie Type IEC 6F22
Betriebsanleitung
3.2 Betriebs- und Wartungshinweise
1. Batteriewechsel:
Wird in der unteren Anzeige ´bAt´ angezeigt, so sind die Batterien verbraucht und müssen erneuert
werden. Die Gerätefunktion ist jedoch noch für eine gewisse Zeit gewährleistet.
Wird in der oberen Anzeige ´bAt´ angezeigt, so reicht die Batteriespannung für den Gerätebetrieb
nicht mehr aus, die Batterie ist nun ganz verbraucht.
2. Bei Lagerung des Gerätes über 50°C muss die Batterie entnommen werden.
Wird das Gerät längere Zeit nicht benutzt, sollte die Batterie herausgenommen werden!
Auslaufgefahr!
3. Gerät und Sensoren/Elektroden müssen pfleglich behandelt werden und gemäß den technischen
Daten eingesetzt werden (nicht werfen, aufschlagen, etc.). Stecker und Buchsen sind vor
Verschmutzung zu schützen.
4. Netzgerätebetrieb
Beim Anschluss eines Netzgerätes muss dessen Spannung zwischen 10.5 und 12 V DC
liegen. Keine Überspannungen anlegen! Einfache Netzgeräte können eine zu hohe
Leerlaufspannung haben. Dies kann zu einer Fehlfunktion bzw. Zerstörung des Gerätes
führen! Wir empfehlen daher unser Netzgerät GNG10/3000 zu verwenden.
Vor dem Verbinden des Netzgerätes mit dem Stromversorgungsnetz ist sicherzustellen, dass die am
Netzgerät angegebene Betriebsspannung mit der Netzspannung übereinstimmt.
5. Kabelbruch oder kein angeschlossenes / zu trockenes / stark isolierendes Material:
Es können trotzdem entsprechende %-Werte angezeigt werden
- diese stellen jedoch kein gültiges Messergebnis dar!
3.3 Betriebsbereitschaft
Nach dem Einschalten führt das Gerät eine Eigendiagnose durch (ca. 5 sek).
Während dieser Zeit werden alle Anzeige-Segmente angezeigt.
Nach dem Ende der Eigendiagnose wechselt das Messgerät in den Messmodus.
Das Gerät ist nun bereit zur Messung.
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1.
Geräteausgang: Betrieb als Schnittstelle: Anschluss für galv.
getrennten Schnittstellenadapter (Zubehör: GRS 3100,
USB3100)
Betrieb als Analogausgang: Anschluss über entspr.
Analogkabel
Achtung: Die jeweilige Betriebsart muss konfiguriert werden
(siehe 2.7) und beeinflusst die Batterielebensdauer!
2.
Sensoranschluss BNC
3.
Temperaturfühler-Buchse: Thermoelement Typ K (NiCr-Ni)
für Temperaturkompensation über externen Fühler
4.
Die Netzbuchse befindet sich auf der linken Seite
1 = Hauptanzeige:
Anzeige der aktuellen Materialfeuchte
[Gewichtsprozent]
HLD: der Messwert ist ‚eingefroren‘ (Taste 6)
2 = Nebenanzeige:
Anzeige des gewählten Materials
(bzw. auf Knopfdruck 3: Temperatur)
Blinkende Anzeige: Anzeigewert außerhalb
spezifiziertem Messbereich (Holz: 8..40%u)
Sonderanzeige-Elemente:
3 =Feuchtebewertung
Bewertung des Materialzustandes: über die
oberen Pfeile: DRY= trocken, WET = nass
4 = Warndreieck:
signalisiert schwache Batterie
5 = “%u” oder “%w”
Zeigt Einheit der Feuchtemessung an:
Materialfeuchte u oder Wassergehalt w
6 = T extern - Pfeil
Erscheint, wenn externer Temperaturfühler
angesteckt ist und automatische.
Temperaturkompensation aktiv ist
7 = Logg - Pfeil
Erscheint falls Loggerfunktion gewählt wurde
blinkt bei laufendem zyklischen Logger
Die restlichen Pfeile haben in dieser Gerätevariante keine Funktion
Taste 1:
Ein-/Ausschalter
Taste 4:
Set/Menü
2 sek. drücken (Menü): Aufruf der Konfiguration
Taste 2, 5:
bei der Messung: Materialauswahl
Siehe auch: 6.2 Einschränkung der Materialauswahl ('Sort')
Liste der einstellbaren Materialien:
Anhang A: Holzsorten;
Anhang B: Weitere Materialien
Bei manueller Temperaturkompensation:
In der Temperaturanzeige (Aufruf über Taste ‚Temp‘):
Eingabe der Temperatur
bei der Konfiguration:
Eingabe von Werten, bzw. Verändern von
Einstellungen
Taste 6:
Store/
- Messung:
bei Auto-Hold off: Halten des aktuellen Messwertes ('HLD' im Display)
bei Auto-Hold on: Start einer neuen Messung. Diese ist fertig, wenn 'HLD' in Display
erscheint (siehe Kapitel 5.3 Auto-Hold Funktion)
- Bzw. Aufruf der Loggerfunktionen (siehe Kapitel 7)
- Set/Menü oder Temperatureingabe:
Bestätigung der Eingabe, Rückkehr zur Messung
Taste 3:
Während der Messung: kurze Anzeige der Temperatur bzw. Wechsel zur
Einige Menüpunkte sind abhängig von der aktuellen Geräteeinstellung zugänglich (z.B. sind einige
gesperrt wenn Logger Daten enthält). Beachten Sie die Hinweise bei den einzelnen Menüpunkten.
Zum Konfigurieren 2 Sekunden lang Menü(Taste 4) drücken, dadurch wird das Menü (Hauptanzeige „SEt“)
aufgerufen. Mit Menü (Taste 4) wählen Sie den gewünschten Menüzweig, mit (Taste 3) können Sie zu den
zugehörigen Parametern springen, die Sie dann verändern können (Auswahl der Parameter mit ).
Die Einstellung der Parameter erfolgt mit den Tasten (Taste 2) oder (Taste 5). Erneutes Drücken von Menü
wechselt zurück zum Hauptmenü und speichert die Einstellungen. Mit (Taste 6) wird die Konfiguration beendet.
Werden die Tasten ‚Set‘ und ‚Store‘ gemeinsam länger als 2 Sekunden gedrückt, werden die
Werkseinstellungen wiederhergestellt
(*) Sind Daten im Loggerspeicher, können Parameter die mit (*) gekennzeichnet sind nicht
Befinden sich Daten im Einzelwertlogger (Logger: ‘Func Stor’) wird als erstesMenü ‘rEAd Logg’ angezeigt:
siehe dazu auch Kapitel 7.1
aufgerufen werden. Sollen diese verändert werden, müssen zunächst die Daten gelöscht werden!
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Menü
Verwendeter Temperaturwert für Kompensation
Zus. Anzeige
Atc on
Temperaturfühler angesteckt
Temperaturmessung des angesteckten Fühlers
Pfeil ‘T extern‘
Kein Temperaturfühler angesteckt
Temperaturmessung des geräteinternen Sensors
Atc off
Unabhängig vom Temperaturfühler
Manuelle Temperatureingabe: Temp- Taste kurz
drücken, dann mit (Taste 2) oder (Taste 5)
Temperatur eingeben, mit ‘Store‘(Taste 6) bestätigen
5 Allgemeines zur Präzisions-Materialfeuchtemessung
5.1 Materialfeuchte u und Wassergehalt w
Je nach Anwendungsfall wird entweder die Materialfeuchte u benötigt oder der Wassergehalt w.
Bei Schreinern, Zimmerern u.ä. wird die Materialfeuchte u verwendet (bezogen auf
Trockenmasse/Darrprobe)
Bei der Bewertung von Brennstoffen (Kaminholz, Hackschnitzel u.ä.) wird überwiegend der Wassergehalt w
verwendet
Das Gerät kann auf beide Werte eingestellt werden, siehe Kapitel „Konfiguration“.
Materialfeuchte u (bezogen auf die Trockenmasse, Pfeil links unten zeigt auf u)
Die Einheit ist %.(manchmal verwendet: % atro)
Materialfeuchte u[%] = (Masse
Oder anders dargestellt: Materialfeuchte u[%] = Masse
Masse
Masse
Masse
: Masse der Materialprobe (= Gesamtgewicht Masse
nass
: Masse des in der Materialprobe enthaltenen Wassers
Wasser:
: Masse der Materialprobe nach der Darrprobe (Wasser wurde verdampft)
trocken
Beispiel: 1kg nasses Holz, das 500g Wasser enthält, hat eine Materialfeuchte u von 100%
Wassergehalt w (= Materialfeuchte bezogen auf nasse Gesamtmasse, Pfeil links unten zeigt auf w)
Die Einheit ist ebenfalls %.
Wassergehalt[%] = (Masse
Oder: Wassergehalt [%] = Masse
nass
Wasser
- Masse
/ Masse
trocken
nass
Beispiel: 1kg nasses Holz, das 500g Wasser enthält, hat einen Wassergehalt w von 50%
5.2 Besonderheiten des Gerätes
466 Holz- und 28 Baustoffkennlinien sind direkt im Gerät abgespeichert:
Damit können weit genauere Messungen durchgeführt werden als mit herkömmlichen Geräten mit HolzgruppenAuswahl. Auch die Verwendung umständlicher Umrechnungstabellen für Baustoffe wird dadurch hinfällig!
Beispiel: Herkömmliche Holzfeuchte-Messgeräte führen die Holzsorten Eiche und Fichte in derselben Gruppe,
tatsächlich beträgt die Differenz der Kennlinien bis über 3%! (Grundlage für diese Aussage sind aufwendige statistische
Erfassungen, Messbereich 7-25%) Dieser systematische Messfehler entfällt bei der GMH38xx Gerätefamilie gänzlich.
Durch individuelle Materialkennlinien lässt sich die bestmögliche Genauigkeit erreichen.
extrem weiter Messbereich: 0-100% Materialfeuchte in Holz, kennlinienabhängig.
Bewertung der Feuchte: Zusätzlich zum Messwert wird gleichzeitig eine individuelle Feuchtebewertung mit angezeigt.
5.3 Auto-Hold Funktion
Vor allem beim Messen von trockenem Holz können elektrostatische Aufladungen und ähnliche Störungen den
Messwert schwanken lassen. Ist die Auto-Hold Funktion über das Menü aktiviert, ermittelt das Gerät vollautomatisch
einen präzisen Messwert. Dabei kann das Gerät auch abgestellt werden, um Störungen durch Aufladungen durch
Kleidung etc. zu vermeiden. Sobald der Wert ermittelt ist wechselt die Anzeige auf ‚HLD‘: Der Wert wird solange
eingefroren, bis durch Drücken der Taste 6 (Store) eine neue Messung ausgelöst wird.
Wenn der Logger eingeschaltet ist (‚Func CYCL‘ oder ‚Func Stor‘), kann die Auto- Holdfunktion nicht
verwendet werden. Das Gerät verhält sich in diesem Falle wie bei ‚Auto-HLD aus‘.
5.4 Automatische Temperaturkompensation ('Atc')
Bei der Holzfeuchte-Messung ist eine genaue Temperaturkompensation für die Genauigkeit der Messung sehr wichtig.
Die Geräte verfügen deshalb über einen hochwertigen Typ K-Thermoelementeingang. Damit sind OberflächenTemperatursensoren verwendbar - Der Zeitaufwand der Messung wird gegenüber herkömmlichen Temperatursensoren
deutlich verringert. Maßgeblich ist die Temperatur des Materials, nicht die Umgebungstemperatur.
Je nach ausgewähltem Material benutzt das Gerät automatisch die zugehörige Temperaturkompensation.
Die Temperatur wird kurz angezeigt, wenn die Temp-Taste gedrückt wird.
Der verwendete Temperaturwert dafür ist:
- Masse
nass
/ Masse
Wasser
Wasser
) / Masse
*100
trocken
trocken
+ Masse
*100
nass
) / Masse
*100
)
trocken
trocken
*100
Tabelle 4.2: Anwendung der Temperaturkompensation
Wird ein nicht potentialfreier Fühler verwendet muss darauf geachtet werden, dass er nicht in der
Nähe der ungeschirmten Elektrode das Holz oder die Elektroden berührt. Wir empfehlen den
potentialfreien GTF38 (in den Messkoffer-Sets SET38HF und SET38BF bereits enthalten).
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Richtige Holzsorte einstellen (siehe
Anhang A: Holzsorten).
Sicherstellen, dass die richtige Temperatur gemessen wird (siehe auch Kapitel 5.4).
Tipp: Der spezielle GTF38 Temperaturfühler kann direkt in ein Loch gesteckt werden,
das vorher mit der Elektrode eingeschlagen wurde. (siehe Abbildung).
Jetzt Messwert ablesen, bzw. wenn die Auto-Hold Funktion aktiviert wurde, mit Store/
(Taste 6) eine neue Messung starten. Bei trockenem Holz (<15%) werden die
gemessenen Widerstände extrem hoch, die Messung braucht länger bis sie den
endgültigen Wert erreicht hat. U.a. statische Aufladungen können die Messung hier
vorübergehend verfälschen. Vermeiden Sie deshalb statische Aufladungen, und warten
sie ausreichend lange, bis ein stabiler Messwert angezeigt wird (nicht stabil: „%“ blinkt)
oder verwenden Sie die Auto-Hold Funktion (siehe Kapitel 5.3 Auto-Hold Funktion).
Genaueste Messungen können in einem Bereich von 6 bis 30% durchgeführt werden.
Außerhalb dieses Bereiches nimmt die erreichbare Messgenauigkeit ab, das Gerät
liefert aber für den Praktiker immer noch ausreichend genaue Vergleichswerte.
In der Regel wird Holz mit Messnadeln gemessen. Verwendete Elektroden: Schlagelektrode GSE91 oder GSG91,
Hohlhammerelektrode GHE91. Zum Messen in Holz die Messnadeln quer zur Maserung einschlagen, so dass ein guter
Kontakt zwischen den Nadeln und dem Holz entsteht (Messung längs der Maserung ist minimal unterschiedlich).
Gemessen wird zwischen den untereinander isolierten Messnadeln. Voraussetzungen für eine genaue Messung:
- richtige Messstelle wählen: die Stelle sollte frei von Unregelmäßigkeiten wie Harzgallen, Ästen, Rissen usw. sein.
- richtige Messtiefe wählen: Empfehlung: bei Schnittholz die Nadeln bis zu 1/3 der Materialstärke eingeschlagen.
- mehrere Messungen durchführen: je mehr Messungen gemittelt werden, desto genauer das Ergebnis
- Temperaturkompensation beachten: wird mit externen Temperaturfühler gemessen (Atc on), sollte dieser die
Temperatur der Messstelle aufnehmen. Ohne Temperaturfühler: Temperatur des Gerätes an die Holztemperatur
angleichen lassen (Atc on) oder die genaue Temperatur am Gerät eingeben (Atc off).
Häufige Fehlerquellen:
- Vorsicht bei Ofen-getrockneten Holz: Die Feuchteverteilung kann ungleichmäßig sein, oftmals ist im Kern mehr
Feuchte als am Rand
- Oberflächenfeuchte: Wurde Holz im Freien gelagert und beispielsweise angeregnet, kann das Holz am Rand
wesentlich feuchter als im Kern sein.
- Holzschutzmittel und andere Behandlungen können die Messung verfälschen
- Verschmutzungen an Steckverbindungen und um die Nadeln herum können besonders bei trockenem Holz
Fehlmessungen hervorrufen
5.6 Brennholzmessung
Für die Brennholzmessung steht eine Mittelungsfunktion zur Verfügung. Diese bildet den Mittelwert aus 3 Messungen.
Zusammen mit der im Folgenden beschriebenen Vorgehensweise ist eine Professionelle und aussagekräftige
Scheitholzmessung möglich.
5.6.1 Voreinstellung
Auto Hold on: Automatische Messwertermittlung aktiv
3-Pt on: Mittelwertbildung aus 3 Messungen aktiviert
Gängige Brennholzsorten können über das „Sort“-Menü voreingestellt werden, z.Bsp:
Sor.1 h.460 Fichte
Sor.2 h.206 Kiefer
Sor.3 h.86 Buche
Sor.4 h.60 Birke
Sor.5 h.401 Gruppe Hartholz Buche Birke Eiche Esche
Sor.6 h.402 Gruppe Weichholz Kiefer Fichte Tanne
Sor.7 h.461 Weichholz Hackschnitzel mit Stechfühler GSF 50 oder GSF 50TF
Sor.8 .rEF interne Referenzkennlinie ( u.A. zum Überprüfen der Gerätegenauigkeit)
Siehe dazu Konfigurieren des Gerätes
Vor der Messung muss die entsprechende Materialauswahl getroffen werden
5.6.2 Probennahme
Auswahl geeigneter Scheitel aus dem Stapel:
Um eine Beurteilung eines Holzstapels durchführen zu könne sollten mehrere Scheite aus
unterschiedlichen Positionen verwendet werden (je nach Lagerort: oben/unten/Wetterseite)
Die Scheite sollten möglichst frei von Fehlstellen wie Ästen, Harzeinschlüssen, Spalten
und Rissen sein.
Scheitgröße
die zu vermessenden Scheite sollten eine Größe von mindestens 10 cm Kantenlänge, und eine
Scheitlänge von mindestens 25 cm aufweisen.
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Scheit spalten:
Zum Spalten am besten ein Axt verwenden. Schnell drehende Maschinen erzeugen Wärme, die die
Messungen verfälschen können.
Kerntemperaturmessung im Scheit vorbereiten:
Schlagelektrode einschlagen, wieder entfernen, Temperaturfühler in entstandenes Loch stecken
Drei Messwerte werden auf der frisch gespaltenen Fläche ermittelt,
Die Messpunkte sollten ca. 5cm vom Scheitrand
und Mittig liegen. Die Stahlstifte sind ausreichend
tief einzutreiben.
(> 5 mm) und quer zur Faserrichtung.
Messung durchführen:
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Zwei Löcher mit Ø6mm (GBSK91) bzw. Ø 8mm (GBSL91) im Abstand
von 8-10 cm in das zu messende Material bohren. Keinen stumpfen
Bohrer verwenden: durch die entstehende Hitze verdampft
Feuchtigkeit, das Messergebnis wird verfälscht.
10min warten, Bohrloch durch Ausblasen von Staub befreien.
Leitpaste auf Bürstensonden auftragen, in die Löcher stecken.
Richtiges Material einstellen (siehe
Anhang B: Weitere Materialien), Messwert ablesen.
Werden Löcher mehrmals verwendet, ist zu beachten, dass die
Oberfläche der Löcher mit der Zeit austrocknet, das Gerät misst einen
zu kleinen Wert. Mit der Leitpaste kann dieser Effekt ausgeglichen
werden: Reichlich Leitpaste zwischen Loch und Bürstenelektrode
einbringen, vor der Messung die Elektroden 30min stecken lassen(bei
ausgeschaltetem Gerät). Die Temperaturkompensation spielt bei
Baustoffmessung keine wesentliche Rolle.
5.7.1 ‘Harte‘ Materialien (Beton u. ä.): Messung mit Bürstensonden (GBSL91 oder GBSK91)
5.7.2 ‘Weiche‘ Materialien (Styropor u. ä.): Messung mit Messnadeln oder Messstäben (GMS 300/91)
Verwendbare Elektroden: Schlagelektrode GSE91 oder GSG91, Hohlhammerelektrode GHE91.
5.7.3 Messen von Schüttgütern und Ballen, andere Sondermessungen
Verwendbare Fühler z.B. Stechfühler GSF 40, GSF 50 (GSF 38) oder Messstäbe GMS 300/91 auf GSE91 oder
GSG91.
Messung von Holzspänen, Hackschnitzel, Isolierstoffen u.ä.
Sowohl bei der Verwendung von Stechfühler als auch von Messstäben ist beim Eindrücken darauf zu achten, dass
pendelnde Bewegungen vermieden werden. Ansonsten entstehen zwischen Messfühler und Messgut Hohlräume,
welche die Messung verfälschen können. Das Material sollte ausreichend verdichtet sein. Im Zweifelsfall Messung
mehrmals wiederholen: Der Mittelwert aus drei Werten. Besonders beim Stechfühler darauf achten, dass der Kunststoff
- Isolator unmittelbar nach der Messspitze frei von Verunreinigungen ist. Bitte beachten Sie hierzu auch die ausführliche
Anleitung von GSF 40 oder GSF 50.
Messungen von Stroh und Heuballen: Immer von der flachen Ballenseite, nicht von der runden Außenfläche
einstechen, der Fühler kann dabei wesentlich leichter eindringen, besonders bei Verwendung von GSF 50 (GSF 38).
5.8 Messung von Materialien, für die keine Kennlinien abgespeichert sind
Falls Umrechnungstabellen für die universellen Materialgruppen „h.A“, „h.b“, „h.c“ und „h.d“ (entspricht
beispielsweise A, B, C und D des GHH91) vorhanden sind, bitte die entsprechende Gruppe auswählen.
Achtung: Die Anzeige der Bewertung bei diesen Materialgruppen gilt nur für Holz!
Bei der Anwendung der Temperaturkompensation am besten Folgendes beachten:
Bei Holz sollte immer mit automatischer Temperaturkompensation gemessen werden (Atc on), bei allen
anderen Materialien: automatische Temperaturkompensation ausschalten (Atc off), manuelle Temperatur auf
20°C stellen.
Zusätzlich bei GMH 3851: Es können zusätzlich bis zu 4 Anwender-Kennlinien abgespeichert werden. Dazu
müssen entsprechende Referenzmessungen für das jeweilige Material durchgeführt werden, von denen die
exakte Materialfeuchte beispielsweise mit der Darrprobe oder mit dem CM-Verfahren bestimmt wird. Die
Ergebnisse werden mit Hilfe der GMHKonfig-Software im Gerät gespeichert und stehen damit direkt im
Gerät zur Verfügung.
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